Haiti: Und plötzlich ist alles anders – fremd sein.

Unser Mitarbeiter Ingmar Neumann reiste im März nach Haiti, um dort die Projekte, die er betreut, persönlich kennenzulernen. Seine Eindrücke schildert er uns in Form von Tagebucheinträgen.

Bunte Eindrücke aus einem anderen Land

Eigentlich schön: Zum Frühstück sitze ich im Hof des Arawak-Hotel und bekomme frische Mango und einen Fruchtcocktail mit Eis serviert. Sofort schießen mir die Warnungen durch den Kopf: Iss kein Obst, das du nicht selbst geschält hast! Und eine Kollegin, die schon lange in Haiti lebt, hat gerade erst letzte Woche eindrücklich berichtet, dass bei Mangos immer erst die Schale desinfiziert werden muss. Dann Hände waschen und erst dann essen – sonst rebelliert das westeuropäische Mägelchen. So koste ich etwas Mango, lass sie dann aber stehen und bei der Servierung des Fruchtsaftgetränks frage ich, ob das Eis auch wirklich aus behandelten Trinkwasser hergestellt wurde? Von nun ab werde ich von den Service-Kräften kritisch beäugt. Ich bin der seltsame Weiße – oder zumindest fühle ich mich so. Als dann auch noch der Laptop-Akku zu Ende geht und mein Ladekabel nicht mit dem Adapter kompatibel ist, bricht der Kontakt zur vertrauten Welt spontan ab und meine Welt zusammen. Ich bin fremd und alleine.

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Autor: Ingmar Neumann

Ingmar Neumann ist bei Caritas international für den Bereich Stiftungskooperationen und Unternehmenspartnerschaften zuständig.

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