Freudige Aufregung kurz vor der Einweihung des neuen Mädchenwohnheims

Haiti: Ein kleines Paradies entsteht

Unser Mitarbeiter Ingmar Neumann wurde im März zu der Einweihungsverstaltung eines Mädchenwohnheims der Salesianerinnen in Port-au-Prince eingeladen, das bei dem Erdbeben vollständig zerstört wurde.

Freudige Aufregung vor der Einweihung des neuen Mädchenwohnheims
Freudige Aufregung kurz vor der Einweihung des neuen Mädchenwohnheims

Wir fahren durch den trubeligen Verkehr von Port-au-Prince nach Croix-des-Bouquettes. Die zwölf Kilometer bewältigen wir in unglaublich schnellen 45 Minuten. Es tut gut die Stadt zu verlassen. Als wir schließlich von der Hauptstraße abfahren geht mein Herz auf: Wir fahren durch ein grünes Feld. Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich Natur, grüne Wiesen, Bäume und Felder vermisse. In der Drei-Millionen-Metropole Port-au-Prince ist hierfür kein Platz. Am Ende des Feldweges kommen wir an ein großes Tor. Dahinter befindet sich das Mädchenwohnheim der Salesianerinnen. Soeur Rose Monique Jolicoeur wartet bereits auf uns. Zusammen mit drei Mitschwestern baut sie an ihrem Traum: Ein sicherer Ort für Mädchen. Innerhalb von 24 Monaten sind 13 Bungalows und ein Schulzentrum enstanden. Bis zu 150 Mädchen können hier in Wohngruppen zusammen wohnen und die Schule besuchen.
Vor dem Erdbeben betreuten die Schwestern ein Mädchenwohnheim in einem der Slum-Viertel von Port-au-Prince, das komplett zerstört wurde. Mir scheint, als nutzen die Schwestern diesen nötigen Neuanfang als Chance, um den Mädchen einen noch besseren Start ins Leben zu ermöglichen und um sie vor Gewalt, Kinderhandel und Prostitution zu schützen. Bei der Verwirklichung ihres Traumes ist Soeur Rose Monique Jolicoeur mit diesem Zentrum noch ganz am Anfang. Nach und nach soll ein Berufsbildungszentrum entstehen, die Landwirtschaft wird aufgebaut, vielleicht auch eine Universität. Sie will den Mädchen einen guten Start ins Leben ermöglichen und mit ihrem Zentrum unabhängig und selbsttragend sein. Die Energie der Schwester beeindruckt mich. Sie hat viel vor, aber ich bin sicher, dass sie es schaffen wird.
Für kommenden Mittwoch steht jetzt erst einmal die Einweihung des großen Projektes auf dem Programm. Die Nervosität ist zu spüren. Alle arbeiten unter Hochdruck am letzten Schliff. Viele Unterstützer, Politiker und Kirchenvertreter werden erwartet. Soeur Rose Monique Jolicoeur will, dass die Mädchen die Gäste in neuen einheitlichen Kleidchen empfangen. Über Handy verhandelt sie die besten Konditionen und bestätigt den Großauftrag. 140 Kleidchen und einheitliche Schleifen bis Mittwoch.
Ich bin mir sicher, dass sich die Schwestern keine Sorgen über die Einweihungsveranstaltung machen müssen. Man merkt, dass die Mädchen an Gäste gewöhnt sind. Strahlend und singend begrüßen sie uns. Wie auf Knopfdruck wird gelacht, gestrahlt und gewunken, sobald die Kamera herausgezogen wird.

 

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.