21. Mai 2013   | Neuer Kommentar

Haiti: Zwischenbilanz

Unser Mitarbeiter Ingmar Neumann reiste im März nach Haiti, in ein Land voller Widersprüche. Beeindruckt von der Arbeit unserer Partner vor Ort, schildert er uns seine Eindrücke.

Soeur Claudette

Die haitianische Ordensfrau Soeur Claudette vor dem wiederaufgebauten Heim “Asile Vincent de Paul”

Der erwartete Kulturschock blieb bisher aus oder war schwächer als erwartet. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich in der kurzen Zeit meines Aufenthaltes von Insel zu Insel bewege: Büro, Projekt, Hotel. Die Armut, das Leben auf der Straße nehme ich aus klimatisierten Fahrzeugen wahr. Streng verriegelt, die Fenster geschlossen. Das erleichtert es mir eine Distanz zu wahren.

Anders ist die Begegnung mit den Straßenkindern. Ich rieche ihre Armut, werde berührt, schmierige Finger streichen über meinen Kopf.

Ich habe Hochachtung vor meinen Kollegen hier vor Ort. Wer hier lebt und arbeitet muss Distanzen überwinden, Ängste besiegen und sich voll und ganz einbringen. Die Partner mit ihrem Tatendrang und ihrer Überzeugung beeindrucken mich. Ich bin sicher, dass dieses Land eine Chance hat, wenn sich Menschen wie Soeur Claudette, mutig engagieren und daran glauben, dass es besser wird.

Es ist ein langer Weg – und ich kann mir auch vorstellen, dass  Menschen, die seit drei Jahren in Zeltunterkünften, ohne Arbeit in Staub, Dreck und Hitze leben, die Zuversicht verloren haben.

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Archiv, Katastrophenhilfe und -vorsorge, Lateinamerika

Über Ingmar Neumann

Ingmar Neumann Ingmar Neumann ist bei Caritas international für den Bereich Stiftungskooperationen und Unternehmenspartnerschaften zuständig.

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