Pakistan droht erneut eine Flutkatastrophe

(FK) Pakistan, Ende August. Durch Überschwemmungen, in Folge des jährlichen Monsunregens, sterben über 100 Menschen. Eine Verschlimmerung der Situation wird befürchtet. Die Caritas und ihre Projektpartner leisten Nothilfe. Caritas international engagiert sich seit Jahren in den betroffenen Regionen. Mit vorbeugenden Maßnahmen wird ein nachhaltiger Katastrophenschutz geleistet.

Aktuelle Situation und Maßnahmen
Bereits 400.000 Personen sind direkt  von den Überschwemmungen betroffen. Zehntausend Häuser wurden bereits zerstört. Es wird befürchtet, dass sich die Situation noch verschlimmert. Angesichts der Wetterprognosen für die kommenden Wochen, kann davon ausgegangen werden, dass weite Teile des Landes überflutet werden. „Die Zerstörung ist enorm, und weitere landwirtschaftlich genutzte Flächen liegen in der akuten Gefahrenzone“, berichtet Amjad Gulzar, der Direktor der Caritas Pakistan. Besonders für die arme Bevölkerung, die bereits jetzt  von den Fluten betroffen ist,  wird sich die Lage dramatisch verschlimmern. Täglich steigen die Lebensmittelpreise. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. Derweil geht die Katastrophenhilfe der Caritas weiter, die Suche nach Vermissten und Rettungseinsätze werden koordiniert, Frühwarnungen herausgegeben und Hilfsgüter verteilt.

Die Flutkatastrophe 2010 und der jährliche Monsunregen
Im Sommer 2010 erlebte Pakistan die schwerste Flutkatstrophe seiner Geschichte. Über die Hälfte der rund 20 Millionen Betroffenen verloren ihre Häuser. Seit drei Jahren unterstützt die Caritas international die Projektpartner vor Ort und leistet nachhaltigen Wiederaufbau.

Besonders die Bevölkerung der ländlichen Regionen muss evakuiert werden (Foto: Caritas international)
Besonders die Bevölkerung der ländlichen Regionen muss evakuiert werden (Foto: Caritas international)

Bisher konnte 84.000 Menschen zu einem neuen Zuhause verholfen werden. Die Dimensionen der Flut übertrafen alles bisher gekannte. Ein Drittel des Landes wurde überschwemmt, die Wassermaßen rissen 2000 Menschen in den Tod und rund zwei Millionen Häuser wurden einfach weggespült. Nach dem das Wasser verschwunden war, wurden die Schäden deutlich. Viele Häuser waren unbewohnbar und mussten abgerissen werden. Große Teile der Infrastruktur des Landes wie Verkehrs- und Kommunikationsnetze, Strom- und Wasserleitungen wurden zerstört. Schon damals war klar, dass das Land über Jahre auf Unterstützung angewiesen  seien würde. Wenn die Flüsse durch den jährlich wiederkehrenden Monsunregen über die Ufer treten,  ist das Land besonders verwundbar, denn längst sind nicht alle Schäden der Katastrophe von 2010 behoben.

Geleistete Präventionsmaßnahmen müssen sich bewähren
Nach der historischen Flut von 2010 wurde deutlich, dass den Menschen nur durch vorbeugende Maßnahmen eine Zukunftsperspektive geboten werden kann. Die Katastrophe nach der Katastrophe muss unbedingt verhindert werden.

Viele der Betroffenden verloren ihre Häuser. Sie wurden von den Wassermassen weggespült (Foto: Caritas international)
Viele der Betroffenden verloren ihre Häuser. Sie wurden von den Wassermassen weggespült (Foto: Caritas international)

Ein Beispiel für die Katastrophenprävention in Pakistan ist das Wiederaufbauprojekt  von Häusern, das die Caritas international im Frühjahr 2011 startete. Unter fachlicher Beratung wurden 4000 flutgeschädigte Häuser wieder aufgebaut. Bereits 2012 mussten sich diese Häuser bei einer zweiten großen Flut bewähren. Die gesammelten Erfahrungen konnten in einer zweiten Projektphase eingebracht werden. Hierbei setzen die Baufachleute auf ein neues Ein-Raum-Hausdesign, das unter anderem von UN Habitat für häufig von Fluten betroffenen Regionen entworfen wurde. Auch bei der aktuellen Flut müssen sich die Maßnahmen der Caritas als nachhaltig erweisen. Nach bisherigen Erfahrungen halten die Häuser den normalen Überflutungen stand. Bei einem Jahrhunderthochwasser sind die Naturgewalten jedoch enorm. Die Bilder des Hochwassers in Mitteleuropa sind noch präsent. Vergleicht man die Bausubstanz hier in Europa mit der in Pakistan, werden die Verwüstungen vorausschaubar. Es gilt das Motto: Vieles erreicht, so manches dazugelernt und weiter für die Menschen da.

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Autor: Florian

Florian König ist 2013/2014 Praktikant bei Caritas international

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