Äthiopien: Hilfe für Flutopfer in Dire Dawa

(MH) Das ausgetrocknete Flussbett ist so etwas wie die Lebensader von Dire Dawa. Frauen kochen, Kinder jagen Bällen hinterher. Überall streunen scheinbar herrenlose Ziegen, Esel und Kühe umher. Kaum vorstellbar, dass dieses Flussbett vor sieben Jahren das Einfallstor für Tod und Verwüstung war. Eine Flut gewaltigen Ausmaßes riss Menschen, Tiere und Häuser in dieser Provinzstadt im Osten Äthiopiens mit sich. Mehr als 300 Tote, 10.000 Einwohner verloren ihr Hab und Gut.

Dabei hatte es nicht einmal stark geregnet damals in Dire Dawa. Weiter flussaufwärts aber, da prasselten die Niederschläge über Tage nur so nieder. Der Fluss Dechatu kanalisierte die Wassermassen und spülte sie über den vertrockneten Lehmboden in rasender Geschwindigkeit durch die Stadt unweit der somalischen Grenze. Inzwischen wurde zu beiden Seiten des Flusses eine rund 1,5 Meter hohe Mauer gebaut, sie soll die Bevölkerung vor der nächsten Flut schützen.

Eins der Häuser das Caritas international gebaut hat. (Foto: Markus Harmann)
Eins der Häuser das Caritas international gebaut hat. (Foto: Markus Harmann)

Dass sie kommt, damit rechnet man in Dire Dawa. Die meisten Bewohner, die damals ihre Häuser verloren, leben inzwischen an anderen Stellen der Stadt. Die Caritas der Diözese Harar kultivierte, unterstützt von Caritas international Deutschland, ein unbewohntes Gebiet am Rande der Stadt und baute 250 Häuser. Rund 1000, am schlimmsten von der Flut betroffene Menschen, leben inzwischen hier. Die Häuser wurden kostenlos zur Verfügung gestellt. Ein neuer, quirliger Stadtteil ist entstanden, in sicherem Abstand zum Fluss.

Nur eine Autostunde von Dire Dawa entfernt scheinen die Probleme der Stadtbewohner fremd. Hier, in der Steppe, leben Hirtennomaden – sie ziehen dem Wasser hinterher. Die Caritas ließ in den vergangenen Jahren 25 Brunnen bohren und setzte 15 Wasserstellen instand. Bis zu 80.000 Euro kostet eine Bohrung, denn es geht bis zu 500 Meter in die Tiefe, ehe das Wasser hinaufsprudelt. Gut angelegtes Geld ist es trotzdem. Die neue Infrastruktur hat dazu beigetragen, dass die Auswirkungen der letzten großen Dürre am Horn von Afrika 2011 hier weitaus glimpflicher ausfielen als in den umliegenden Ländern.

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