Georgien: Ankunft in Tiflis

Tiflis

Deutschland ist im WM-Fieber und wir reisen nach Georgien! Aber während ich hier noch schnell meinen ersten Blog-Eintrag schreibe, haben die Deutschen ihr Auftaktspiel gegen Portugal bereits sicher für sich entschieden. Wir haben es beim Abendessen am Rande verfolgt und uns dabei von der georgischen Küche verwöhnen lassen.

Tiflis. Mein erster Blick aus dem Hotelfenster.
Tiflis. Mein erster Blick aus dem Hotelfenster.

Wir* sind gestern Nachmittag von Frankfurt aus gestartet und über Istanbul mit einer Stunde Verspätung nachts um halb zwei in Tiflis gelandet. Nach einer sehr kurzen Nacht fing unser erster Tag in Georgien heute früh um 10 Uhr an. Astiom, der Fahrer brachte uns zum Büro der Caritas Georgien auf der anderen Seite der Stadt. Er schlängelte sich geschickt durch das Verkehrschaos, umschiffte die meisten Schlaglöcher und brachte uns sicher ans Ziel. Das Stadtbild ist für uns ein sehr ungewohnter Mix aus futuristischer Architektur, südosteuropäischem Baustil, orthodoxen Kirchen und Plattenbauten aus der Sowjetzeit. Dazwischen findet man mit viel Liebe zum Detail eine Fülle von Bronzeskulpturen, Brunnen und Denkmälern.

P. Krzysztof Kowal, Direktor der Caritas Georgien, im Gespräch mit Gaioz Kubaneishvili und einer Kollegin bei der Zeugnisvergabe für 300 junge Krankenpfleger/innen.
P. Krzysztof Kowal, Direktor der Caritas Georgien, im Gespräch mit Gaioz Kubaneishvili, dem Leiter der Abteilung Gesundheit bei der Caritas, und einer Kollegin bei der Zeugnisvergabe für 300 junge Krankenpfleger/innen.

Schon bei der Begrüßung und Vorstellungsrunde bei P. Krzysztof Kowal, dem Direktor der Caritas Georgien, kamen die deutschen und georgischen Kolleg(inn)en schnell miteinander ins Gespräch. Die Rahmenbedingungen für die soziale Arbeit könnten in beiden Ländern kaum unterschiedlicher sein, aber das Selbstverständnis und die Ansätze in der Arbeit sind praktisch gleich, ob in der Altenhilfe, in der häuslichen Krankenpflege, in der Kinder- und Jugendarbeit oder aber in der Förderung und Inklusion von Menschen mit Behinderung. Wir werden sicher in den nächsten Tagen noch viel Gelegenheit haben, uns über die Gemeinsamkeiten auszutauschen und über all das zu staunen, was unsere georgischen Kolleg(inn)en mit so viel weniger Ressourcen auf die Beine stellen.

Zeugnisvergabe - 300 junge Krankenpfleger(innen) haben den praktischen Teil ihrer Ausbildung in der Pflege bei der Caritas erfolgreich abgeschlossen.
Zeugnisvergabe – 300 junge Krankenpfleger(innen) haben den praktischen Teil ihrer Ausbildung in der Pflege bei der Caritas erfolgreich abgeschlossen.

Heute mussten wir den spannenden Austausch mit P. Krzysztof Kowal erst einmal unterbrechen, denn unser Zeitplan ist eng getaktet. Wir trafen ihn dann nachmittags wieder bei einer Großveranstaltung, die für die Caritas Georgien ein Meilenstein in der Häuslichen Krankenpflege war: 300 Krankenpfleger(innen) erhielten ihr Zertifikat über den erfolgreichen Abschluss eines Lehrgangs in häuslicher Pflege, den die Caritas in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium anbietet. Dies ist ein Novum im georgischen Gesundheitswesen, wo die Ausbildung von Krankenpflegern sehr theoretisch ausgerichtet ist und praktischer Unterricht in der Pflege bisher kaum vorkam. Ebenso wie in Deutschland ist auch in Georgien der Bedarf an gut ausgebildeten Pflegekräften sehr groß. Die besten Absolventen des Lehrgangs haben schon einen Arbeitsplatz in Aussicht.

Im Gesundheitszentrum der Caritas in Tiflis schauen wir uns die Ausbildungsräume an. Die angehenden Pflegekräfte lernen hier an täuschend echten "Gummi-Patienten".
Im Gesundheitszentrum der Caritas in Tiflis schauen wir uns die Ausbildungsräume an. Die angehenden Pflegekräfte lernen hier an täuschend echten “Gummi-Patienten”.

Morgen werden wir nach Gori, in den Norden des Landes fahren. Wir werden den dortigen häuslichen Pflegedienst der Caritas besuchen und die Kolleg(inn)en bei einigen ihrer Hausbesuche begleiten dürfen.

* Die Mitglieder unserer Reisegruppe sind: Michael Bader, Stiftung St. Zeno in Kirchseeon; Taraneh Ghasemi, Caritasverband Gießen; Gudrun Schemel, Caritasverband Lörrach; Christine Streich-Karas, Caritasverband Gießen und Irmgard Wirthmüller, Caritas-Zentrum Dachau.

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Autor: Christine Decker

Christine Decker ist Referentin in der Öffentlichkeitsarbeit bei Caritas international. Als Verantwortliche für verbandsinterne Kommunikation leitet sie die fachlichen Austauschreisen von Kolleg/innen aus dem In- und Ausland.

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