Ukraine: Tag 2 im Caritaszentrum von Iwano-Frankiwsk

Kinder beim Fest

Auf die Schnelle ein paar Zeilen, denn schon gleich sind wir wieder unterwegs, um eine der Selbsthilfeorganisationen zu besuchen, die sich hier in der Region für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige gebildet haben. Die Caritas Iwano-Frankiwsk unterstütz sie bei der Vernetzung, bietet ihnen Beratung und Schulung und – wo es geht – auch finanzielle Hilfe.

Gestern waren wir lange unterwegs, haben Familien besucht, die es von der Krim oder aus den umkämpften Ostprovinzen der Ukraine hierher in die Stadt an den Rand der Karpaten verschlagen hat. In den Gesprächen wurde deutlich, dass sie tatsächlich eine verheerende Flucht hinter sich haben, alles zurück lassen mussten, ihr Leben womöglich ganz neu aufbauen müssen. Und dass viele von ihnen trotz Dankbarkeit und Optimismus derzeit trauern: um ihre verlorene Heimat, um den fehlenden Frieden. Und darum, dass sie Tod und Zerstörung miterleben mussten. Noch über 1000 Kilometer – aber der Krieg in der Ukraine war für uns plötzlich zum Greifen nahe…

Kinder bei der Aufführung und Gesang
Bei der Einweihung eines neuen Fitnessraumes gab es Tanz und Gesang von Kindern mit und ohne Handicap – ein Gefühl gegenseitiger Stärke. Foto: Christian Scharf

Heute ging es nach Bohorodtschany. Dort ist die Selbsthilfeorganisation “Helle Hoffnung” tätig, die in Kooperation mit der Caritas Iwano-Frankiwsk Familien durch Beratung und Begleitung unterstützt, die Kinder mit Handicaps haben. Für die Kinder gibt es zudem Angebote für die Freizeit – etwa im Bereich  sportlicher Aktivitäten und Fitness. Dazu wurde heute ein neuer Fitnessraum eingeweiht, zusammen mit uns aus Fulda. Die Kinder überraschten uns dabei mit Tanz und Gesang.

Es war großartig zu sehen, wie fröhlich und begeistert sie ihre Aufführung präsentierten. Ein schönes Beispiel, dass Handicaps kein Hindernis  sein müssen. Und dass Selbsthilfeinitiativen mit kleinen Maßnahmen viel erreichen können. Die Caritas aus Iwano-Frankiwsk und Fulda stehen als Partner für solche Initiativen im Bistum Iwano-Frankiwsk gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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Autor: Christian Scharf

Dr. Christian Scharf ist Pressereferent vom Caritasverband der Diözese Fulda. Er schrieb für den Blog bereits von Dialog- und Pressereisen aus Kambodscha, Jordanien und dem Libanon. Regelmäßig ist Christian Scharf in der Ukraine unterwegs, denn hier hat Caritas Fulda einen Schwesterverband in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk, und von dort berichtet Christian Scharf immer wieder über den Fortgang gemeinsamer Hilfsprojekte.

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