Nepal: „Wir wollen wieder in die Schule!“

Seit dem Erdbeben vor knapp einem Monat haben viele Schulkinder zwangsschulfrei. Die Schulen sind eingestürzt und noch gibt es keine Übergangslösung. Unser Mitarbeiter Stefan Teplan traf auf Kinder in einem Bergdorf der Region Gorkha.

Kinder in Makaipur Bingkol. Foto Stefan Teplan
„Wir wollen, dass unser Dorf wieder aufgebaut wird!“ Roshani (l.), Bisha (r. im Hintergrund) und Netra Shresta vor den Trümmern ihrer zerstörten Schule. Foto: Stefan Teplan, Caritas international

Zwei, drei, vielleicht vier oder noch mehr Monate schulfrei? Was für viele Kinder in Deutschland eine Wunschvorstellung sein mag, die Kinder in Nepal würden gerne darauf verzichten. Die Umstände sind zu makaber, die dazu zwingen, dass für längere Zeit in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten für ungewisse Zeit kein Unterricht mehr stattfinden wird. Rund 5.5000 Schulen sind in Nepal eingestürzt und viele der Kinder laufen den ganzen Tag zwischen den Trümmern ihrer zerstörten Dörfer umher anstatt in einem Klassenraum zu sitzen.

So wie der 17-jährige Bisha Shresta aus Makaipur Bungkol, einem Bergdorf oberhalb der Stadt Gorkha mit seinem Bruder Netra (16) und seiner Schwester Roshani (11). „Wir möchten so gerne, dass alles wieder normal wird“, sagt Bisha. „Dass unser Dorf wiederaufgebaut wird. Und vor allem unsere Schule.“ Auch in Makaipur Bungkol ist das ehemalige Schulgebäude nur mehr eine Ruine.  Bisha und seine Geschwister führen mich zu den Trümmern. „Wir wollen unbedingt wieder etwas lernen. Bitte helft uns, dass wir bald wieder eine Schule haben. Wir packen auch gerne selbst mit an“, sagen sie. Und greifen demonstrativ gleich mal in die Trümmer, als sie merken, dass ich meine Kamera zücke.  „Zeig dieses Foto den Menschen in Deutschland! Wir meinen es wirklich ernst. Zwangsschulfrei zu haben, das finden wir überhaupt nicht toll.“

 

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Autor: Stefan Teplan

Stefan Teplan ist Journalist und Öffentlichkeitsarbeiter für Caritas international. Seit 2007 begleitet er die jährlichen Begegnungsreisen mit Caritas-Mitarbeitenden aus aller Welt.

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