28. November 2015   | Neuer Kommentar

Peru: Die Diva der Pflanzenwelt

Nachdem wir unsere kleinen Wunden verarztet haben – denn im bolivianischen Regenwald sind auch allerlei blutsaugende Insekten heimisch – machen wir uns auf den Weg nach Peru. Die Caritas Madre de Dios unterstützt dort Bauern beim Kakaoanbau. 

IMG_0920

In Madre de Dios wächst Kakao. Nur unter speziellen Bedingungen gedeiht er. Foto: Caritas international

Um dorthin zu kommen, wählen wir die Route durch Brasilien. Die Durchquerung des rund 170 Kilometer Korridors auf der Straße ist der kürzeste Weg, um in die rund 80.000 Einwohner zählende Stadt Puerto Maldonado im Norden Perus zu gelangen. Dort treffen wir uns mit den Kollegen der Caritas Madre de Dios, benannt nach der Provinz, in der sie tätig ist.

Ein Teil ihrer Projekte geht in eine ähnliche Richtung wie die der Caritas in Pando. Auch die Mitarbeiter hier wollen einigen Gemeinden eine alternative Form des Wirtschaftens näher bringen. Das Besondere: Hier im peruanischen Tiefland gedeiht Kakao, der sich nur unter sehr speziellen Bedingungen wohlfühlt. Er bringt auf den Märkten deutlich mehr ein als Paprika oder Zwiebeln. Die Bohnen in einer hohen Güteklasse zu produzieren, ist aber gar nicht so einfach. Vor Ort erklären uns die Begünstigten der Projekte, dass sie zwar alle Bohnen verkaufen können. Aber nur für 20 Prozent bekommen sie den allerhöchsten Preis. Die Caritas-Mitarbeiter helfen ihnen, die Qualität der Produkte immer weiter zu verbessern. Zudem vermitteln sie ökonomisches Fachwissen, etwa Tipps, wie die Bohnen noch gewinnbringender verkauft werden können.

IMG_1004

Auf den Märkten bringt Kakao deutlich mehr ein als Paprika oder Zwiebeln. Der Kakaoanbau ermöglicht den Bauern ihren Lebensunterhalt und stärkt die Gemeinden. Foto: Caritas international

Dieser Teil Perus hat allerdings – anders als der Nordwesten Boliviens – mit einem besonderen Problem zu kämpfen. Nachdem sich herumgesprochen hat, dass man sich mit vergleichsweise geringen Mitteln beim Goldschürfen ein Auskommen verdienen kann, hat sich die Zahl der sogenannten mineros in der Provinz innerhalb weniger Jahre von 1 auf 30.000 erhöht. Hand in Hand mit ihnen geht die Zerstörung der Umwelt, Korruption, Prostitution und Gewalt.

IMG_1128

Kakaoanbau ist auch eine Alternative zur Goldschürferei, mit der die Bevölkerung in Madre de Dios zunehmend ihr Überleben sichern will. Foto: Caritas international

Das Projekt soll Gemeinden stärken, die sich bewusst gegen diese Entwicklung stellen wollen. In einem Schulungszentrum der Caritas lernen die Bewohner auch, wie der Kakao noch besser wachsen kann. Man merkt den Projekten an, dass sie schon seit längerer Zeit laufen. Die Beteiligten können schon einen insgesamt passablen Preis auf den Märkten erzielen und einen großen Teil ihrer Lebenshaltungskosten damit begleichen. Die Parzellen haben eine beachtliche Größe und sind zudem mit automatischen Bewässerungssystemen ausgestattet.

Mit ein paar kleinen Anpassungen werden die Dorfbewohner bald hoffentlich vom Kakaoanbau leben können – und weiterhin ein leuchtendes Vorbild für andere Gemeinden sein. Schon jetzt stehen bei der Caritas zahlreiche weitere Dörfer auf der Liste. Auch sie würden gerne ein Teil des Projektes werden.

Informationen zu unserer Arbeit in Peru erhalten Sie auch auf unserer Website: http://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/lateinamerika/peru/agroforst-klimaschutz


Archiv, Katastrophenhilfe und -vorsorge, Lateinamerika

Über Holger Vieth

Holger Vieth Der Politikwissenschaftler und ehemalige Agenturjournalist ist seit 2014 bei Caritas international. Als Pressereferent und Online-Redakteur kümmert er sich um Medienanfragen aller Art und versucht den Spendern die vielen Projekte mit viel Farbe näher zu bringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.