7. Dezember 2015   | Neuer Kommentar

Tansania: Dialogreise vom 28. November bis 6. Dezember

Tag 7/8/9 – Freitagabend, Samstag und Sonntagmorgen: Abschied – Safari – Rückreise. Wir sind mit dem KLM-Airbus wieder auf dem Flughafen von Daressalam gelandet. Vor einer Woche sind wir in dieser Maschine angekommen. Heute warten wir auf unseren Rückflug nach Amsterdam. 

Um kurz vor 22 Uhr sind wir in Arusha gestartet, morgen früh um 7.30 Uhr landen wir in Amsterdam. Wir fliegen vom Sommer zurück in den Winter und wir fliegen in eine andere Welt nach all den Eindrücken der vergangenen Woche.

Abschied von den Projektpartnern

Am Abend vorher haben wir uns bei einem Abendessen im Impala-Hotel von all den Projektpartnern verabschiedet, die uns die Woche über begleitet und die wir besucht haben. Mit vielen Umarmungen und Segenswünschen für Familie und Arbeit. Beziehungen haben sich entwickelt, die fortgeführt werden wollen. Wir haben die Herzlichkeit, das spürbar gemeinsame Engagement in der Caritas, die persönlichen Gespräche über Familie und unsere Heimatländer genossen. Vor allem auch die ansteckende Lebensfreude, mit der unsere Partner sich trotz oft schwieriger Umstände nicht unterkriegen lassen. Zweimal fällt kurz der Strom aus, wird es im Restaurant stockduster, aber das gehört so dazu.

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Afrika, wie man es aus Filmen kennt, existiert auch in der Realität. Blick von unserem Picknick-Platz – etwas Safari zur Entspannung am Ende. Foto: Harald Westbeld

Es folgt eine ziemlich kurze Nacht, denn um 6 Uhr brechen wir auf, um kennenzulernen, wie reich Tansania bei aller ständig sichtbaren Armut ist. Wir besuchen den Tarangiri-Nationalpark, laut Faltblatt der Park mit der höchsten Elefantendichte. Wir sehen immer neue kleine Herden.

Es ist eine sehr schöne Abrundung des Besuchs. Hier zeigt sich auch eine Entwicklungschance für das Land, das viel zu bieten hat für Touristen. Das fängt mit dem Serengeti-Nationalpark an, hört aber noch lange nicht auf.

Caritas Tansania leistet tolle Arbeit

Reich ist das Land aber natürlich auch an seinen Menschen, die uns immer mit einem Lächeln willkommen heißen. Beeindruckt hat uns, was unsere Kollegen mit geringen Mitteln auf die Beine stellen. Sie wissen sehr genau, was sie wollen und arbeiten hochprofessionell. Auch hier werden, wie wir das von unseren Verbänden und Einrichtungen zuhause kennen, Ziele formuliert, Budgets geplant und anschließend die Ergebnisse kritisch evaluiert.

2015_Tansania_Tag8_Abschluss

Abschlussbesprechung am Flughafen von Arusha. Ende einer sehr inhaltsreichen Reise. Ein bisschen müde sind wir alle schon. Foto: Harald Westbeld

Und sie arbeiten beharrlich. 18 Jahre läuft das Kindergarten-Programm, jetzt hat es mit wenigen Projektbesuchen durch Regierungsvertreter das nationale Bildungsinstitut überzeugt, diesen Ansatz zum verpflichtenden Standard für Tansania zu machen. Ebenso beharrlich erfasst wurden das Zentrum für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen, Huduma ya Walemavu, das wir am Mittwoch besucht haben, und das sogenannte Outreach-Programm. Das Verständnis für Menschen mit Behinderungen wird geweckt. Bis zur Inklusion wird es noch dauern, aber manchmal finden sich auch einfache Lösungen für ein Minimum an Barrierefreiheit.

Der Besuch wird Nachwirkungen haben. Über einen Sonderfonds für Operationen wird nachgedacht, wenn sie die Eltern nicht bezahlen können. Weitere Kindergärten könnten als Patenprojekte mit einem überschaubaren Einsatz von 20.000 Euro gebaut werden. Projektpartner sollen nach Deutschland eingeladen werden und dort über ihre Arbeit berichten. Wie der Erzbischof von Arusha es sich gewünscht hat, soll die Dialogreise keine Einbahnstraße bleiben, sondern die Partner sollen voneinander lernen.

Sonntagmorgen, 7.20 Uhr – zurück

Wir sind nach einem ruhigen Nachtflug in Amsterdam gelandet. Der Himmel ist grau, ein scharfer Wind weht, glücklicherweise ist es nicht so kalt. Der Temperaturgegensatz hält sich somit in Grenzen. Der Kulturgegensatz nicht. Das Lichtermeer beim Anflug, die achtspurigen verschlungenen Autobahnen, endlos daran aufgereiht neue Firmengebäude. Kein endloses Gewimmel von Menschen, die in ihren Kleinstläden geschäftig sind und den bunt gekleideten potentiellen „Kunden“, die in Scharen in beiden Richtungen durch den Staub des Straßenrands laufen, nebeneinander stehende, einen Schwatz haltende Menschen.

Noch etwas unwirklich erscheint mir die Rückfahrt ins heimische Münsterland. Meine Mitreisenden haben sich auf die verschiedenen Zubringerflüge verteilt und werden in Bremen, Hannover, Düsseldorf, Köln-Bonn oder Basel ankommen. Bei einem Nachtreffen wollen wir die dann gesackten Eindrücke noch einmal besprechen und Schlüsse daraus ziehen. Der Körper ist schon wieder daheim, der Geist hinkt noch ein Stück hinterher. Er braucht noch etwas Zeit, um in den Alltag zurückzukehren.

Mehr Informationen zur Arbeit von Caritas international in Tansania können Sie unserer Website entnehmen: http://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/afrika/tansania


Afrika, Archiv, Rechte für Kinder, Teilhabe bei Behinderung

Über Harald Westbeld

Harald Westbeld Harald Westbeld ist Pressereferent des Diözesancaritasverbands Münster. Im Rahmen der Dialogreise 2015 reist er nach Tansania. 2007 ging seine erste Dialogreise in den Niger - eine eindrückliche Erfahrung und Harald Westbelds erster Kontakt mit Afrika.

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