22. Dezember 2015   | Neuer Kommentar

Philippinen: Mangroven als Küstenschutz

Das Katastrophenvorsorgeprojekt von Caritas international auf der philippinischen Insel Samar zielt darauf ab, Menschen in Risikogebieten besser auf Naturkatastrophen vorzubereiten. Die Schäden durch Wirbelstürme, Überschwemmungen und Erdrutsche sollen dadurch stark verringert werden.

Zwischen 2009 und 2014 trafen die stärksten je gemessenen Taifune die Philippinen. Neben Taifunen werden die Philippinen auch von Erdbeben, Überschwemmungen, Erdrutschen und Vulkanaktivitäten heimgesucht. Im Jahr 2014 lagen die Philippinen auf Rang zwei des Weltrisikoindex. Der Index gibt an, wie hoch das Risiko eines Landes ist, von einer Naturkatastrophe getroffen zu werden.

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Risikoanalyse in der Gemeinde San Julian Foto: Karin Uckrow / Caritas international

Mit finanzieller Hilfe des Auswärtigen Amtes und der Diözese von Borongan führt Caritas international ein umfangreiches Katastrophenvorsorgeprogramm für die Bevölkerung auf der Insel Samar durch. Das Projekt wird in den nächsten zwei Jahren dazu beitragen, die Bevölkerung besser auf Taifune, Überschwemmungen und Erdrutsche vorzubereiten. Dazu gehören Aufklärungen, Informationen und Schulungen in angepassten landwirtschaftlichen Anbaumethoden, Erste-Hilfe-Kurse und auch der Aufbau von Katastrophenmanagement-Teams in den Dörfern. In insgesamt 45 Gemeinden wird das Projekt durchgeführt.

In jedem Ort wird mit der Gemeinde zuerst eine Risikoanalyse erstellt. Die Projektleiterin Sally Baje von der Diözese Borongan berichtet: „Die gemeinsame Erarbeitung einer Landkarte, die Risiken und Verletzlichkeiten gegenüber Naturereignissen zeigt, aber gleichzeitig auch Schwächen und Stärken der Gemeinde beleuchtet, ist eine sehr gute Übung, um das Gefahrenbewusstsein der Bevölkerung zu stärken. Danach wird diskutiert, was die Gemeinde und jeder Haushalt dazu beitragen kann, zukünftig besser auf Naturereignisse vorbereitet zu sein.“

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Mit der Diözese Borongan führt Caritas international ein Katastrophenvorsorgeprogramm für die hoch gefährdete philippinische Insel Samar durch. Foto: Karin Uckrow / Caritas international

Eine Maßnahme der Katastrophenvorsorge in diesem Projekt ist die Aufforstung von Mangrovenwäldern in Küstengebieten. Mangroven sind dem Salzwasser angepasste Bäume und Sträucher, die nachweislich die Wucht von Flutwellen und Stürmen reduzieren und vor Überschwemmungen schützen können. Untersuchungen zeigen, dass sie sogar die ungeheure Wucht der Tsunami-Welle vermindern. Aber Mangrovenwälder können noch mehr: Sie reduzieren Emissionen und dienen als Filtersystem gegen die Verschmutzung von Küstengebieten, sie beugen Erosionen vor und sie sind Lebensraum für Fische, Garnelen, Muscheln und viele Vogelarten. Mangroven können aber auch als Feuerholz verwendet werden.

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Pflanzen von Mangroven in San Julian Foto: Karin Uckrow / Caritas international

In einer ausführlichen Schulung werden den Bewohnern die vielen Vorteile von Mangrovenwäldern erklärt, bevor es an das Pflanzen von jungen Mangrovensetzlingen geht. Das Pflanzen der Mangroven ist eine anstrengende Tätigkeit und doch zeigen alle Gemeindemitglieder großes Engagement bei der Arbeit. Eine Teilnehmerin der Schulung sagt später: „Wenn wir gewusst hätten, wie wichtig Mangroven für den Schutz vor Taifunen und Flutwellen sind, hätten wir die Mangroven nie als Feuerholz verwendet!“

Eines wird der Gemeinde durch diese gemeinsame Aktivität klar: Vorsorge ist besser als Nachsorge – und deutlich effektiver. Die Weltbank bestätigt dies: Jeder in der Katastrophenvorsorge investierte Euro spart bis zu sieben Euro an Nothilfe und Wiederaufbau.

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Mangroven wirken wie ein natürlicher Schutzschild. Sie können Siedlungen, Infrastruktur und landwirtschaftliche Nutzflächen vor der Wucht der Natur bewahren. Foto: Karin Uckrow / Caritas international

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Risikoanalyse in San Julian Foto: Karin Uckrow / Caritas international

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Pflanzen von Mangroven in Rawis Foto: Karin Uckrow / Caritas international

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Pflanzen von Mangroven in Rawis Foto: Karin Uckrow / Caritas international

Mehr Informationen zur Katastrophenvorsorge von Caritas international auf den Philippinen finden Sie auf unserer Website: http://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/asien/philippinen/taifun-katastrophenvorsorge

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Archiv, Asien, Katastrophenhilfe und -vorsorge

Über Karin Uckrow

Karin Uckrow Seit 2014 ist die gelernte Diplom-Kauffrau als Koordinatorin für Katastrophenvorsorge und Existenzsicherung für Caritas international auf den Philippinen tätig. Bevor sie 2008 in das Arbeitsfeld der Humanitären Hilfe mit Stationen in Simbabwe, Haiti, Benin und Sri Lanka wechselte, arbeitete sie für den Deutschen Entwicklungsdienst in Simbabwe.

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