9. April 2018   | 1 Kommentar

Unser Projekt setzt sich durch!

Ein Jahr wird mein weltwärts-Freiwilligendienst gedauert haben, wenn ich Ende Juli den Heimweg antreten werde – Kopf und Gepäck voll mit unzähligen Erinnerungen, Eindrücken und Erlebnissen. Und auch mit der Frage, ob ich in diesem Jahr etwas bewegen konnte.

Im Projekt „Espacio de Escucha y Acogida ‚El Jardín‘“ arbeiten wir in dem von Armut und Kriminalität geprägten Stadtteil Barrios Altos, der im Zentrum von Perus Hauptstadt Lima liegt. Unser Ziel ist es, die Lebenssituation der dort lebenden Menschen, derzeit geprägt von Armut, Drogenkonsum und Stigmatisierung, zu verbessern. Dazu setzen wir die Arbeitsmethode „Tratamiento Comunitario“ um, ein sehr komplexes Konzept des Arbeitens mit, für und mittels der Bevölkerung. In den letzten Monaten haben wir unsere Zusammenarbeit mit anderen Organisationen intensiviert, um noch besser als Mittler zwischen den Menschen und verschiedenen Institutionen fungieren zu können.

Ein riesiger Erfolg für die Projektgestaltung der Caritas

Ein zentrales Ereignis war eine Fortbildung der staatlichen, für Drogenpolitik zuständigen, Behörde DEVIDA, an der wir teilnahmen. Dabei wurde unsere Methode, die in ganz Lateinamerika in verschiedenen Projekten verwirklicht wird, vorgestellt. Sie hat so sehr überzeugt, dass sie nun auf nationaler Ebene in 40 Städten implementiert werden wird! Ich bin begeistert! Unser Projekt gilt dabei als Referenz, sodass wir sowohl in Peru als auch im Verbund der „Tratamiento Comunitario“ arbeitenden Projekte in Amerika (RAISSS) bekannter geworden sind und mitgestaltenden Einfluss auf die Entwicklung der neuen Projekte nehmen können. Ein großer Erfolg! Aber nicht nur in Lateinamerika, sondern auch über den Kontinent hinaus erfahren neuerdings Menschen von unserem Projekt: Anlässlich des Papstbesuchs in Peru im Januar besuchte uns, gemeinsam mit Caritas international, eine Gruppe deutscher Journalisten. Sie verfasste einige Beiträge, die in den deutschen Medien erschienen. Hier ein kleiner Eindruck des SWR.

Luca Weigand stammt aus Mannheim und ist einer der ersten beiden Freiwilligen, die ihren „weltwärts“-Freiwilligendienst in einem Projekt von Caritas international (in Peru) verrichten.

Die Frage nach dem Sinn

All das sind große Erfolge für unser Projekt. Und doch stellt sich die Frage, was das am Ende den Menschen nutzt, mit denen wir arbeiten; genauso wie ich mich immer wieder frage, welchen Nutzen mein Freiwilligendienst hier eigentlich hat.

Tatsächlich profitieren die Menschen im Drogenprojekt der Caritas von dem größeren Bekanntheitsgrad. Sie machen weitere international vernetzte Institutionen auf sich aufmerksam. Wir können durch die folgende Unterstützung noch mehr Bereiche unserer Arbeit abdecken, sei es ein vor wenigen Wochen gestartetes Programm für die Stärkung von Familien in schwierigen Verhältnissen oder der Start einer Initiative zur Verbesserung von Wohnsituationen.

Und ich? Am Ende dieses Freiwilligendienstes werde ich ganz sicher derjenige sein, der am meisten gelernt hat. Und doch konnte auch ich im Kleinen Dinge anschieben: künftig wird in den Projekten die Verwendung von Wegwerfgeschirr zum Schutze der Umwelt vermieden werden und viele Kinder haben durch mich einen ersten Zugang zur wichtigen Fremdsprache Englisch erhalten. Diese Erinnerungen und noch einige mehr sind es, die ich zurück mit nach Deutschland nehmen werde – zusammen mit unzähligen Ideen, Fragen und Denkanstößen. Mehr zu der Frage nach Sinn und Unsinn eines Freiwilligendienstes und eine klare Antwort findet ihr in meinem letzten Blogbeitrag.

Mein Frewilligendienst im Projekt der Caritas in Peru neigt sich dem Ende zu. Ich habe hier viel gelernt, vor allem über mich selbst. Und ich hoffe, dass ich nie wieder vergessen werde, wie gut es uns in Deutschland geht.

Luca Weigand

 

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Arbeitsfelder, Chancen für Chancenlose, Gesundheit, Pflege, Sucht, Lateinamerika

Über Luca Weigand

Luca Weigand Luca Weigand stammt aus Mannheim und ist einer der ersten beiden Freiwilligen, die ihren "weltwärts"-Freiwilligendienst in einem Projekt von Caritas international (in Peru) verrichten.

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