19. Juni 2018   | Neuer Kommentar

“Menschen vereinigen für den Frieden”

In Sachen Kirche und Caritas ist in der Ukraine viel in Bewegung – auch durch den politischen Zustand und den Ost-West-Konflikt im Land. In den Regionen entlang der Demarkationslinie im Osten hat die Caritas Ukraine ihre Präsenz verstärkt – oft partnerschaftlich durch die Verbände im Westen, die sich die Regionen aufgeteilt haben. Für viele Menschen ist die Caritas dabei der einzige wahre Hilfebringer – das gilt auch für viele Binnenflüchtlinge, die in den westlichen Landesteilen eine neue Heimat gefunden haben.

Die Caritas – u. a. in Iwano-Frankiwsk, wo wir unseren Schwesterverband haben, arbeitet nachdrücklich auf die Integration der Binnenflüchtlinge an ihren neuen Wohnorten hin und sorgt dafür auch für mannigfaltige Begegnungen der Ost- und Westukrainer. Das passiert zum Beispiel durch Veranstaltungen wie Zeitzeugengespräche oder das Programm „Menschen vereinigen für den Frieden“. Allein in Iwano-Frankiwsk sind schon über 1.000 Menschen einbezogen.
Aber auch anderenorts im Westen tut sich viel: Eine unserer Exkursionen führte uns nach Süden über Kolomyja nach Czernowitz fast an die rumänische Grenze. Hier wurden die Bistümer geteilt, was auch im Vorgriff auf politische Umstrukturierungen und Stärkung der Regionen passierte. Der Bistumsteil Czernowitz – zur Bukowina gehörend – wurde  im Gegensatz zu Kolomyja, das noch im galizischen Gebiet liegt – kürzlich zum eigenen Bistum erhoben.

Im Caritashaus Iwano-Frankiwsk: Die Fuldaer Caritas-Delegation im Kreise der Vertreter aller sieben gegründeten Selbsthilfgruppen für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen.

Aufbruchsstimmung

Hier wie dort spürt man, durch die Neuerungen Aufbruchsstimmung. In Czernowitz, wo die ukrainische griechisch katholische Kirche sich in der Diaspora befindet, besuchten wir zusammen mit dem neuen Bischof Josaphat eine der Kirchengemeinden: Viele zu Ehrenamt bereite Menschen warteten dort auf die Begegnung mit uns und wollten erfahren, wie man Caritas-Strukturen aufbaut. Zusammen mit Caritasdirektor Wolodymyr Chorniy stellten wir ihnen unser im Bistum Iwano-Frankiwsk etabliertes Modell der Selbsthilfegruppen vor. Sicher wird es kein Spaziergang, aber der Wille zum Engagement und ein unvergleichlicher Optimismus waren greifbar – ich bin mir sicher, dass verbandliche und Pfarrcaritas auch bald im neuen Bistum Czernowitz gleichermaßen zu Hause sein werden.

Foto: Christian Scharf

Wie geht Caritas bei euch in Deutschland? In Czernowitz mit Bischof Josaphat (rechts auf dem “Podium”) an der Basis in einer städtischen kirchengemeinde. Gerade spricht Caritasdirektor Chorniy.

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Europa, Flucht und Migration, Konflikte und Krisen

Über Christian Scharf

Christian Scharf Dr. Christian Scharf ist Pressereferent vom Caritasverband der Diözese Fulda. Er schrieb für den Blog bereits von Dialog- und Pressereisen aus Kambodscha, Jordanien und dem Libanon. Regelmäßig ist Christian Scharf in der Ukraine unterwegs, denn hier hat Caritas Fulda einen Schwesterverband in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk, und von dort berichtet Christian Scharf immer wieder über den Fortgang gemeinsamer Hilfsprojekte.

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