4. Juli 2018   | Neuer Kommentar

Laudato si – die Zukunft sichern

Dichter Verkehr auf der Autobahn zum Flughafen, rechts die Abzweigung zum Atomkraftwerk Fessenheim, links zu einem französischen Automobilhersteller. Ich bin unterwegs nach Rom. Die intensive Landwirtschaft in der Oberrheinischen Tiefebene schluckt große Mengen Gift und Wasser. Das alles ist überhaupt nicht nachhaltig, und trotzdem wird es wie eine Selbstverständlichkeit hingenommen.

Der Weg zu den gesellschaftlichen Veränderungen, die notwendig wären, um die Welt so zu gestalten, wie es Papst Franziskus vor drei Jahren in seiner Enzyklika Laudato si verkündet hat, ist noch weit.

Also gibt es keinen Grund länger zu zögern. Die Folgen des Klimawandels und der Hunger in der Welt sind deutliche Zeichen. Es braucht einen Wandel im System.

Wie kann unsere Zukunft aussehen?

Morgen wird es auf einer internationalen Vatikankonferenz um die Zukunft des Lebens auf der Erde gehen. Als Mitarbeiter von Caritas international dabei sein zu dürfen, ist eine großartige Gelegenheit für einen Austausch mit Menschen aus der ganzen Welt über die Frage, wie unsere gemeinsame Zukunft aussehen kann und was die wichtigsten Leitgedanken für unser Handeln sind. Ich bin gespannt auf das Treffen in den nächsten Tagen.

„Saving Our Common Home and The Future of Life on Earth” – so lautet das Thema der Konferenz. In diesen Tagen geht es um nichts Geringeres als um unsere gemeinsame Zukunft. Mit seiner Enzyklika Laudato si hat Papst Franziskus vor genau drei Jahren ein Zeichen gesetzt, das international große Beachtung fand. Eine der Kernaussagen ist, dass die ökologische Krise und die soziale Krise weltweit in ihrem Zusammenhang gesehen werden müssen.

Claudio Moser
Referatsleiter Lateinamerika/Europa // Foto: Caritas international

Konkret werden: sehen, urteilen, handeln

Auf der Vatikankonferenz geht es vor allem darum, konkrete Umsetzungsschritte für Laudato si zu diskutieren. Die Vatikankonferenz wird nach der Methode sehen, urteilen, handeln vorgehen. Ethische Kriterien für unser Verständnis der gegenwärtigen Krise sind die Grundlage für unser Handeln. Auf die Eröffnungsworte der Kardinäle Turkson und Parolin bin ich ebenso gespannt wie die Botschaften der Katholischen Jugendorganisationen aus Afrika, Amerika, Asien, Europa und Ozeanien.

Doch es werden auch bekannte Leute aus der Wissenschaft und Politik auf der Vatikankonferenz sprechen: Der Klimaexperte Joachim Schellnhuber und die Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention, Patricia Espinosa, ziehen morgen eine Zwischenbilanz in Sachen Klimaschutz – sicher auch spannend für die weitere Planung der Caritas Aktivitäten auf dem Klimagipfel in Polen diesen Dezember.

Caritas Internationalis in Rom. Hier wird die Arbeit des weltweiten Caritas-Netzwerkes zum Thema Klimawandel koordiniert. Alltag für  Adriana Opromolla (links) und Martina Liebsch (rechts). Foto: Claudio Moser

Doch das nur vorab aus dem sehr umfangreichen Programm. Die Liste prominenter Redner und Rednerinnen ist lang. Wichtig ist die Teilnahme von Menschen aus ganz verschiedenen Ecken der Welt, für die der Klimawandel längst alltägliche Einschränkungen mit sich bringt. Ich werde euch dieser Tage auf dem Laufenden halten, hier der Link zu meinen Tweets.

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Katastrophenhilfe und -vorsorge, Thema Klima 2018

Über Claudio Moser

Claudio Moser Claudio Moser, Referatsleiter für Lateinamerika/ Europa bei Caritas international, bloggt hier über das Thema Klimawandel und direkt von der Konferenz Laudato Si in Rom.

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