6. Juli 2018   | Neuer Kommentar

Der Schein Wolgograds

Ich heiße Johannes und absolviere über die Caritas Osnabrück momentan einen Freiwilligendienst in Russland, genauer gesagt in Wolgograd. Mittlerweile ist die WM zwar vorbei, doch vieles bleibt auch nach den Spielen. Ich gebe euch hier ein paar Einblicke, wie ich die WM in Wolgograd erlebt habe!

Seit einem Jahr arbeite ich nun in der Caritas Wolgograd und bin dort in der Obdachlosenhilfe und im Kinderzentrum tätig. In das Zentrum kommen hauptsächlich Kinder, die mit ihren Familien vor dem Krieg aus der Ukraine nach Russland fliehen mussten. Hier erfahrt ihr mehr über die Hintergründe und Projekte der Caritas.

Zur WM hatten wir eine Ausnahmesituation bei uns, da Wolgograd ein WM-Spielort war. Ich habe hier schon viele Menschen getroffen, die sich für Fußball begeistern. Und im Kinderklub musste ich mir einiges anhören, nachdem die deutsche Mannschaft ausgeschieden war.

Vorbereitung auf die WM – die Fassade glänzt

Vor der Weltmeisterschaft wurde rund um das Stadtzentrum sehr viel renoviert. Etliche Bürgersteige wurden aufgerissen und neu asphaltiert. Das ganze Zentrum war monatelang eine einzige Baustelle. Früher gab es in Wolgograd kaum überdachte und gepflasterte Haltestellen, man stand einfach im Staub. Nun ist das anders. Touristisch stark frequentierte Plätze und bekannte Sehenswürdigkeiten wurden herausgeputzt, damit Wolgograd für die ankommenden WM-Besucher einen bleibenden positiven Eindruck hinterlässt.  Eine schöne Fassade für Touristen, die die Armut der Bevölkerung gut kaschiert.

Denn immer noch sind 20 Millionen Einwohner Russlands von Armut betroffen. Diese 13 Prozent der Bevölkerung müssen mit weniger als 140 Euro monatlich auskommen.

Statt Wolgograd von innen aufzubauen und die sozial schwache Bevölkerung zu unterstützen, wurde das Geld der teuersten Weltmeisterschaft aller Zeiten in die Infrastruktur gesteckt – immerhin.

Nun gibt es auch Straßenschilder auf Russisch und Englisch. Auch die Restaurants und alle möglichen Geschäfte haben auf einmal Menüs auf Englisch und bieten internationale Produkte an.

Sicherheit während der WM in Wolgograd

Innerhalb der Stadt sowie in der Nähe des Stadions und der Fan-Zone wurden massive Sicherheitsvorkehrungen und Check Points eingerichtet. Die Polizei und die Nationalgarde waren in der Innenstadt sehr präsent. Dazu gab es sehr viele Freiwillige, die die Organisatoren unterstützen und mehrere Sprachen sprechen konnten, um den internationalen Fans zu helfen.

Abschließend kann ich sagen, dass die WM der Stadt viel gebracht hat und trotz hoher Temperaturen eine ausgelassene Stimmung herrschte. Dazu blieb es ruhig, da Präventivmaßnahmen ergriffen wurden. Allgemein hatte ich den Eindruck, dass hier alles unter Kontrolle und sehr gut organisiert war.

Wollt ihr mehr über die WM in Russland erfahren? Hier gibt es mehr Blogbeiträge.

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Chancen für Chancenlose, Europa

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