Ehrenamtliche Senioren I Dialogreise Peru

Im Stadtteilzentrum CIAM in Mariano Melgar, Arequipa, haben sich ältere Menschen zusammengeschlossen. Hier feiern sie zusammen, machen Musik sowie Sport und überlegen, was sie in ihrem Viertel für Senioren bewegen können. Die Caritas in Arequipa fördert diese Arbeit mit Unterstützung von Caritas international.

Die Kraft der Ameisen

Die lokale Caritas unterstützt Ehrenamtliche in ihrem Engagement und bietet Fortbildungen an. „Die Caritas hat dafür gesorgt, dass die älteren Menschen in diesem Viertel besser vernetzt sind“, berichtet uns der Bürgermeister.

Wie vielfältig die ehrenamtlichen Senioren hier aktiv sind, wird deutlich: Da gibt es eine Tanzgruppe von älteren Damen in Tracht, die die Gäste aus Deutschland prompt zum Tanz einladen. Für traditionelle peruanische Musik sorgt die Musikgruppe älterer Herren. Auch der Stand der Handarbeitsgruppe mit Strickpüppchen und selbst genähten Tischdecken zeugt von einem aktiven Stadtteil. Eine selbst entworfene Plakatreihe macht in einfachen Bildern auf die Rechte älterer Menschen aufmerksam. Das ist nötig, sind doch ältere Menschen in Peru immer wieder von Gewalt in der Familie betroffen.  

Tanzgruppe in Peru
Die Tanzgruppe stellte sich mit ihren leuchtenden Trachten vor

Am Anfang stand eine Analyse zur Situation älterer Menschen im Viertel. „Wir wollten ein Netzwerk schaffen – auch um bei der Stadtverwaltung mehr erreichen zu können“, berichtet eine ältere Dame. „Es ist die Kraft der Ameisen, die wir älteren Menschen haben. Wir sind zwar alt, aber gemeinsam setzen wir uns für ein besseres Leben ein.“

Die peruanische Küche macht Hoffnung

Wie arbeitet die Caritas in Peru auf diözesaner Ebene und was sind die Herausforderungen?
Darum ging es bei einem Gespräch mit Diözesancaritasdirektoren und Generalvikaren aus Arequipa und den angrenzenden Diözesen. Percy Fernando Saavedra Ramirez leitet die Diözese Chuquibamba Camana. Vier fest angestellte und weitere 14 Mitarbeitende mit Projektstellen arbeiten hier. „Das Problem sind die riesigen Distanzen“, erzählt der Generalsekretär.

 „Zum Teil sind die Pfarreien acht Stunden voneinander entfernt. Die Distanzen sind eine Herausforderung, aber kein Hindernis, um unsere Arbeit gut zu machen“, erzählt der Generalsekretär.

Die Caritas kämpft nach seinen Worten im Hochland gegen Armut und Mangelernährung. Es gibt drei Gold- bzw. Silberminen, „die viel Geld rausholen, aber nicht in die Gemeinden investieren“. Die Bürgermeister ließen den Minenbesitzern freie Hand. Auch fehle es vielerorts an Solidarität. „Die Frage lautet immer gleich, was habe ich persönlich davon?“

Für die Caritas wünscht er sich eine Stärkung der Institution. „Wir sind im Dauernotstand, kommen gar nicht dazu, langfristige Probleme im Rahmen einer Organsiationsentwicklung anzugehen und auch politischer zu werden.“ Doch eine politischere Caritas, so hören wir heraus, gefällt nicht allen Bischöfen.

Was ihn in Peru positiv stimmt?
„Meiner Erfahrung nach sind es die Frauen, die etwas verändern“, sagt der Generalsekretär. Hier setzt die Caritas nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ an, bietet Fortbildungen für Landfrauen zum Beispiel im Computer-, aber auch im handwerklichen Bereich an. Seit neuestem gibt es sogar eine Barista-Ausbildung für Frauen. 

Und dann überrascht uns Percy Fernando Saavedra Ramirez. „Hoffnung schöpfe ich auch aus der peruanischen Küche. Sie stiftet Identität. Gerichte, die früher als Sklavengerichte galten, gelten heute als Teil der Hochkultur. Darüber entwickelt sich gerade etwas.“

Hier geht es zu weiteren Blogbeiträgen aus Peru von Julia Gaschik.

 

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Autor: Julia Gaschik

Julia Gaschik ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Diözesancaritasverband in Mainz. "Ich bin gebürtige Hildesheimerin, gelernte Journalistin und seit 2011 für die Caritas im Bistum Mainz im kommunikativen Einsatz. Ich freue mich sehr, die Dialogreise von Caritas international nach Peru als Kommunikatorin zu begleiten, die Menschen vor Ort zu treffen und zu erfahren, was die Caritas in diesem spannenden Land bewegt."

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