Treffen mit dem Bischof – Madre de Dios I Dialogreise Peru

Wir besuchen die Caritas Madre de Dios und treffen dort Bischof David Martinez de Aguirre Guinea. Er begrüßt uns herzlich mit einem Wangenküsschen und stellt uns dann seine riesige Diözese vor. Nicht mal in zweieinhalb Monaten ist es möglich, alle Pfarreien zu besuchen. Groß ist aber nicht nur die Gesamtfläche, groß sind auch die Herausforderungen.

Freiwillige Isolation indigener Völker in Peru

Die Herausforderungen in Peru sind extrem. So leben etwa 1000 indigene Völker vollkommen abgeschnitten vom Rest des Landes. „Diese so genannte freiwillige Isolation rührt aber meistens aus einer Mischung aus Angst, Unsicherheit und schlechten Erfahrungen mit den Weißen her“, erklärt uns der Bischof.

Bischof David Martinez de Aguirre Guinea (links) freut sich über ein Mitbringsel aus Freiburg von Oliver Müller, Leiter von Caritas international

Das Amazonasgebiet: Ausnutzung des Ressourcenreichtums

Bischof Martinez de Aguirre Guinea berichtet auch vom Zustrom der illegalen Goldschürfer aus dem armen Hochland. Die damit einhergehende Zerstörung des Regenwaldes sei ein großes Problem, das sich durch den Klimawandel noch verschärfe, sagt der aus Spanien stammende Dominikaner. „Der Druck auf das Amazonasgebiet ist brutal. Gold, Holz, Palmöl: Immer noch gibt es die Vorstellung, dass es ein leeres Land ist und man rausholen kann, was man möchte.“

Eine gegenseitige Dämonisierung führt in den Augen des Bischofs aber nicht zum Ziel. „Es braucht eine nachhaltige Alternative für die Menschen.“ Er verweist auf die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, der die Diözese Madre de Dios ja gerade erst besucht hat. „Der Papst sagt, hört den Schrei der Armen UND den Schrei der geschundenen Erde.“

Die Rolle der Caritas in Madre de Dios, Peru

Unsere lokale Partnerorganisation in Peru
Die Cáritas del Perú: Die lokale Partnerorganisation von Caritas international vor Ort.

Mit Blick auf die sozialen Herausforderungen sieht Bischof Martinez de Aguirre Guinea die Caritas in einer wichtigen Rolle. Sie helfe vor Ort, Gemeindestrukturen und einen so genannten Plan de Vida, einen Lebensplan, für den Sozialraum zu schaffen. Der Bischof hat es sich zum Ziel gesetzt, die soziale Arbeit und die Solidarität in den Gemeinden zu stärken, „Caritas von unten zu bauen“. „Dafür braucht es aber einen Mentalitätswechsel, ein gemeinsames Vorgehen von Priestern und Laien.“

Für Weihbischof Otto Georgens aus Speyer (links) war das Gespräch mit dem Bischof von Madre de Dios (rechts) eine Bereicherung.

„Der Verweis auf Laudato si, dass man den Schrei der Erde und den Schrei der Armen zusammen in den Blick nehmen muss, das hat mich bewegt. Ich werde den Gedanken mit nach Hause nehmen“, erzählt Weihbischof Otto Georgens aus Speyer.

Besuch beim Bischof in Madre de Dios
Besuch beim Bischof in Madre de Dios.

Hier geht es zu weiteren Blogbeiträgen aus Peru von Julia Gaschik.

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Autor: Julia Gaschik

Julia Gaschik ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Diözesancaritasverband in Mainz. "Ich bin gebürtige Hildesheimerin, gelernte Journalistin und seit 2011 für die Caritas im Bistum Mainz im kommunikativen Einsatz. Ich freue mich sehr, die Dialogreise von Caritas international nach Peru als Kommunikatorin zu begleiten, die Menschen vor Ort zu treffen und zu erfahren, was die Caritas in diesem spannenden Land bewegt."

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