Heimkinder in Lima I Dialogreise Peru

Das Projekt „runayay“ unterstützt im Norden Limas junge Heimkinder auf dem Weg in ein eigenständiges Leben. Wenn diese mit 18 Jahren den Schutz der Institution verlassen, wissen sie oft gar nicht, wie sie ihren Alltag bewältigen sollen. Die Caritas del Peru und Caritas internaitonal helfen den jungen Erwachsenen bei der Bewältigung  dieser Übergangsphase. 

Die Gemeinschaft spielt bei runayay eine ganz wichtige Rolle
Die Gemeinschaft spielt bei runayay eine sehr wichtige Rolle.

Wir schauen uns zunächst ein staatliches Heim für minderjährige junge Mädchen an. Sie sind hier, weil ihre Eltern nicht für sie sorgen können oder ihnen das Sorgerecht entzogen wurde. Die Mädchen leben hier mit so genannten Pflegemüttern in Wohngemeinschaften zusammen. Die Caritas del Peru unterstützt sie in ihrer Entwicklung, etwa durch psychologische Begleitung und vielfältige Freizeitangebote. „Die Rechtslage erlaubt es uns aber nicht, sie alleine gehen zu lassen. Sie werden bis zum 18. Geburtstag immer von einem Teammitglied begleitet“, erzählt uns die Sozialpädagogin Santillan. Schwer also, hier wirklich selbständig zu werden.

Susan leitet das Projekt für ehemalige Heimkinder
Susan leitet das Projekt für ehemalige Heimkinder in Peru und hilft den jungen Erwachsenen dabei, ihren Alltag zu meistern.

Leben lernen

Susan von „runayay“ weiß, dass viele ehemalige Heimkinder zunächst mit ihrem Alltag überfordert sind. „Wir begleiten die jungen Erwachsenen drei Jahre lang und helfen ihnen, auf eigenen Füßen zu stehen“, erklärt die Projektleiterin. „Wir unterstützen bei der Suche nach einer Arbeitsstelle und einem eigenen Zimmer, aber auch bei der Haushaltsführung. Darüber hinaus versuchen wir, die Fähigkeiten der jungen Menschen weiterzuentwickeln und stärken durch gemeinsame Unternehmungen den Zusammenhalt.“ Auch eine therapeutische Begleitung kann in Anspruch genommen werden. Mit Unterstützung von Caritas international wurden seit 2007 rund 30 junge Menschen begleitet.

Das Projekt runayay hat Juan Carlos auf dem Weg in ein eigenständiges Leben geholfen
Das Projekt runayay hat Juan Carlos auf dem Weg in ein eigenständiges Leben geholfen.

Einer von ihnen ist Juan Carlos. „Als ich aus dem Heim kam, war ich ziemlich planlos“, erzählt er. Heute arbeitet der 21-Jährige in einem Baumarkt, hat sein eigenes Zimmer und wuppt seinen Alltag. Juan Carlos glaubt, dass es ohne „runayay“ schwierig für ihn geworden wäre, eine Arbeit zu finden und auch dabei zu bleiben. „Ich bin sehr impulsiv und mag es nicht, kontrolliert zu werden.“ Die Begleitung von „runayay“ und eine Therapie haben ihm geholfen. „Ich musste lernen, zu leben.“

Hier geht es zu weiteren Blogbeiträgen aus Peru von Julia Gaschik.

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Autor: Julia Gaschik

Julia Gaschik ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Diözesancaritasverband in Mainz. "Ich bin gebürtige Hildesheimerin, gelernte Journalistin und seit 2011 für die Caritas im Bistum Mainz im kommunikativen Einsatz. Ich freue mich sehr, die Dialogreise von Caritas international nach Peru als Kommunikatorin zu begleiten, die Menschen vor Ort zu treffen und zu erfahren, was die Caritas in diesem spannenden Land bewegt."

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