Klimablog I Einbezug der indigenen Bevölkerung

Cop24 - Caritas Delegation

“Es kann keine Klimagerechtigkeit geben, wenn wir die Rechte der Indigenen Bevölkerung nicht berücksichtigen.” Martina Backes ist für uns auf der Klimakonferenz, der Cop24, in Katowice und berichtet hier von spannenden Erkenntnissen,Vorträgen und Meinungen. Sie ist Biologin sowie Redakteurin und arbeitet als freie Mitarbeiterin für Caritas international.

Panel des Weltklimarates: Klimaziele

Auf dem Panel des Weltklimarates benannten die TeilnehmerInnen zu Beginn der Cop24 in Polen die verheerenden Konsequenzen der Erderwärmung und unterstrichen die Dringlichkeit, nicht länger zu warten, sondern zu handeln. Wenn die Klimaziele eingehalten und erhöht werden können, so der Weltklimarat, ist eine nachhaltige Entwicklung möglich. Alles was nun versäumt wird, kostet später viele Milliarden Dollar. Zudem, so heißt es hier, würden höhere Klimaziele dazu beitragen, die Menschenrechte zu gewährleisten. Auch stellte der Weltklimarat nochmals heraus, dass es keine sichere Untergrenze für die Erderwärmung gibt. Gerechtigkeit ist ein Kernelemente eines klimagerechten Strukturwandels den es braucht, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen.

Die TeilnehmerInnen der Caritas Delegation. Adriana Opromolla, Lori Person (CRS), Dominika Kolpak (Caritas Polen), Martina Backes (Ci), Ireneusz Krause (Caritas Polen).
Die TeilnehmerInnen der Caritas Delegation. Adriana Opromolla, Lori Person (CRS), Dominika Kolpak (Caritas Polen), Martina Backes (Caritas international), Ireneusz Krause (Caritas Polen).

Offener Dialog zwischen Indigenen und der polnischen Verhandlungsführung

So appellierte India Logan-Riley von der Jugendorganisation Te Ara Whatu aus Neuseeland an die polnische Verhandlungsführung, für weitreichende Klimaschutzziele einzutreten. Sie selber engagiere sich für den Klimaschutz, weil sie nicht wisse, ob sie nach der Weltklimakonferenz in ihr Zuhause zurückkehren könne oder vor einem Nichts stände. 

Sich als Betroffene oder Indigene Gehör zu verschaffen ist nicht leicht, doch das gestrige Dialogtreffen der polnischen Präsidentschaft der Weltklimakonferenz mit Vertretern der lokalen Gemeinden und Indigenen bot einen passenden Rahmen. Das offene Treffen kam zustande, weil zahlreiche Vertreter aus Amazonien, insbesondere aus Bolivien, darum gebeten hatten. Zugleich ist es ein starkes Signal dafür, die Indigenen als wichtige Akteure der Klimaverhandlungen wahrzunehmen.

Ein Vertreter aus Ecuador applaudierte dafür, die Indigenen und lokalen Gemeinden nicht nur als Opfer der Klimaerwärmung wahrzunehmen, sondern als Verhandlungspartner, die Lösungen beitragen können.

Die Vertreterinnen aus Bolivien betonten, sie wollten nicht nur Erfahrungen und indigenes Wissen über klimaschonende Lebensweisen austauschen. Sondern sie hätten auch Erfahrungen mit Dialogprozessen und Verhandlungen, die sie gerne in die Weltklimakonferenz einbringen.

Verstärkter Einbezug der indigenen Bevölkerung wäre wünschenswert

Ein Diplomat aus Australien machte in diesem Zusammenhang auf die Initiative der vergangenen Präsidentschaft von Fiji aufmerksam: Mit dem in Ozeanien verbreiteten “Talanoa-Dialog” haben die Klimaverhandlungen bereits einen indigenen Verhandlungsstil aufgegriffen, um zu einem gemeinsamen Ziel zu gelangen.

Auch die Vertreterin der First Nations aus Nordamerika betonte, dass es darum gehe, die indigenen Vertreterinnen in allen Verhandlungsebenen aktiv einzubeziehen. Es reiche nicht, sie nach Polen einzuladen, um leidvolle indigene Erfahrungen mit dem Klimawandel in separaten Räumen kundzutun.

Die konkreten Arbeitsregeln der Plattform für lokale Gemeinden und indigene Bevölkerungsgruppen sollen bis zum Ende der Weltklimakonferenz vereinbart werden, damit die noch junge Plattform möglichst schnell und effektiv arbeiten kann. Dies ist eine Chance, auch denjenigen ein Gehör zu verschaffen, die zu den am stärksten vom Klimawandel Betroffenen gehören. 

Hier geht es zu weiteren Beiträgen zum Thema Klimawandel und Weltklimakonferenz.

 

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Autor: Martina Backes

(MB) Martina Backes, Biologin und Redakteurin, arbeitet als freie Mitarbeiterin für Caritas international. Meine Arbeit ermöglicht es mir, mit Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, ins Gespräch zu kommen und Aufmerksamkeit auf ihre Schicksale zu lenken.

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