Gute Organisation kann Leben in Mosambik retten

Besuch der isolierte Siedlung Badara in Mosambik mit 1.500 Menschen – Bericht von Ingo Steidl / Teil 2

„Viele in der Gemeinde haben alles verloren und müssen im Freien schlafen.“ Das ist ein Grund für die zahlreichen Malariafälle, die sie dieser Tage behandeln müssen. Das sind die ersten Worte der Angestellten der Gesundheitsstation in Barada und eines freiwilligen Helfers.

(Link zu Teil 1 der Reportage)

Doch das schlimmste sei der Hunger, berichten die beiden. Sie hoffen, dass Esmabama in den nächsten Tagen Naschschub an Nahrungsmitteln für die vom Landweg abgeschnittene Gemeinde Barada organisieren kann.

Gespräch mit den Mitarbeitenden der esundheitsstation der Missionsstation Badara

Zwar sind die nächsten Hilfslieferungen bereits geplant, doch die Logistik stellt die Mitarbeiter von Esmabama, Partnerorganisation von Caritas international, vor große Herausforderungen. Denn selbst ein größeres Boot könne nur etwa eine Tonne Lebensmittel pro Fahrt transportieren, schätzt Paulo von Esmabama.

Kein Normalbetrieb in der Schule – doch ein starker Wille

Der Sportlehrer der missionseigenen Schule bietet Sportunterricht an. Das Schulgebäude ist völlig zerstört, doch das Zusammensein und der Sportunterricht geben den wenigen Schülerinnen und Schülern, die heute gekommen sind, Halt in dieser schwierigen Zeit.

Bei allen Widrigkeiten versuchen die Menschen in Barada ihrem Schicksal zu trotzen. Der Sportlehrer der missionseigenen Internatsschule treibt morgens mit einem Teil der Schüler Sport. Überhaupt ist es der Gemeinde ein großes Anliegen, den Schulunterricht alsbald möglich wieder vollständig aufzunehmen. Wie das unter den gegebenen Umständen in naher Zukunft möglich sein soll? Das ist schwer vorstellbar.  Nicht zuletzt, weil viele Menschen während des Sturms alles verloren haben, auch die Schulsachen. Zudem sind viele Kinder von den Erlebnissen der letzten Tage stark traumatisiert.

Nach dem Wirbelstrum: Die Zeit im Nacken

Nach kurzen aber intensiven Begegnungen mit den vom Wirbelsturm gezeichneten Menschen in Barada müssen wir uns auf dem Rückweg machen, um rechtzeitig vor Sonnenuntergang wieder das Ufer in Beira zu erreichen. Es bleibt ein mulmiges Gefühl und doch auch Bewunderung für die Menschen, mit denen wir gesprochen haben: Sie tragen den Schicksalsschlag mit Fassung und tun, was sie können, um die katastrophale Lage zu meistern. Eine gute Nachricht konnten wir mitnehmen, immerhin: Es gab keine Anzeichen auf einen Cholera- Fall. Doch es werden dringend Moskitonetze und Medikamente benötigt, damit die Zahl der Malariaerkrankungen nicht weiter steigt. Und Trinkwasser, um das Cholera-Risiko einzudämmen.

Auf der Rückfahrt erlebe ich wieder einen dieser skurrilen Momente, als die Sonne im Meer versinkt. Ein faszinierender Anblick, als wäre das alles vorher nicht gewesen. Und zugleich erinnert die Abendstimmung auch an den Wettlauf mit der Zeit. Nachts liegen zwar die Boote still, nicht aber die Kommunikation. Die Planungen für den folgenden Tag sind in vollem Gange.

Ingo Steidl, 3. April 2019    

Ingo Steidl ist zur Zeit in Mosambik unterwegs zusammen mit Jutta Herzenstiel, Referentin für Mosambik bei Caritas international. Sie stehen für Medienanfragen zur Verfügung, Kontakt über Holger Vieth, 0761 – 200 514

Interview mit Ingo Steidl vom 2.4.2019 direkt aus Beira mit dem MDR: hier nachhören

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