Besuch bei Kolleginnen und Kollegen im Libanon

Eine knappe Woche lang war eine Delegation des Fachbereichs Migration und Integration der Caritas Ahaus-Vreden im Libanon, um den 2017 begonnenen fachlichen Austausch fortzusetzen. Der Libanon steht derweil vor ganz besonderen Herausforderungen.

Früh morgens in Libanons Hauptstadt Beirut: Für die Delegation von Caritas international und dem Caritasverband Ahaus-Vreden steht heute ein Besuch bei der Caritas Libanon auf dem Plan. Begleitet werden die Besucher(inn)en von Nadim Kseib, normalerweise Projektkoordinator der Caritas Libanon. „Heute hatten wir das Glück, ihn in seiner Doppelfunktion als Caritas-Mitarbeiter und gebürtigen Beiruter kennenzulernen. Er hat unseren Besuch koordiniert und uns heil über den dreispurigen Highway gebracht, der sechsspurig befahren wird“, erzählen Sophia Thünte und Franzis Bußhaus vom Caritasverband Ahaus-Vreden.

Thünte und Bußhaus sind Teil einer fünfköpfigen Delegation des Fachbereichs Migration und Integration Ahaus-Vreden. Sie waren Anfang April eine Woche zu Besuch bei der Caritas Libanon, um sich über Ansätze in den Hilfen für Flüchtlinge und Migrant(inn)en auszutauschen. Der Besuch der Gruppe aus Deutschland ist ein Gegenbesuch – im November 2017 waren bereits drei Kolleg(inn)en der Caritas Libanon in Ahaus zu Gast.

Die Gruppe der Caritas Ahaus im Libanon. Von links nach rechts: Franzis Bußhaus, Annegret Lemken, Dieter Homann, Markus Wachter, Sophia Thünte

Kein anderes Land der Erde hat so viele Flüchtlinge aufgenommen

Der Libanon steht in der Flüchtlingshilfe vor ganz besonderen Herausforderungen. Kein anderes Land der Erde hat, gemessen an der Einwohnerzahl, so viele Geflüchtete aufgenommen. Das weiß auch Sophia Thünte: „Ein Drittel der Bevölkerung sind Flüchtlinge und Migranten. Die Caritas Libanon leistet daher vor allem aufenthaltsrelevante Hilfen wie zum Beispiel Gesundheitsversorgung, Bildung und die Unterstützung vulnerabler Personen“.

Ein wichtiger Teil der Caritas-Arbeit im Libanon ist es, traumatisierten Arbeitsmigrantinnen zu helfen, die als Hausmädchen an libanesische Privatpersonen vermittelt werden. Die Frauen stammen aus Äthiopien, Bangladesch, Sri Lanka oder anderen Ländern. Sie arbeiten teils 16 Stunden, sieben Tage die Woche, oftmals ohne Bezahlung. Häufig ist ihnen verboten, soziale Kontakte zu pflegen.. In Schutzhäusern der Caritas finden sie Hilfe.

Ein solches Schutzhaus steht auch auf dem Besuchsplan der deutschen Gäste: „Das Gefühl von Sicherheit, Ruhe und Wärme war direkt durch die Räumlichkeiten, aber auch durch die herzlichen Mitarbeiterinnen zu spüren. Es fand ein angeregter Austausch zwischen der Caritas Libanon und uns statt“, fasst Franzis Bußhaus das Erlebte zusammen.

Der Rückweg im Feierabendstau von Beirut wird für eine ausgiebige Nachbesprechung genutzt. Die Caritasdelegation aus Ahaus-Vreden ist sich einig: Die Kolleginnen und Kollegen im Libanon leisten tolle Arbeit!

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