Schlagwort-Archive: Asien

Philippinen: Hilfe für Taifun-Opfer

(FK) Aus aktuellem Anlass möchte ich euch auf die Pressemitteilungen der Caritas international zur Naturkatastrophe auf den Philippinen hinweisen. Mittlerweile sprechen die Medien von über siebentausend Todesopfern. Caritas international hat Humanitäre Hilfe zugesagt. Da die Infrastruktur durch die gewaltigen Kräfte des Taifun „Haiya“ vielerorts zerstört ist und kleine Inseln von der Außenwelt abgeschnitten sind, wird befürchtet, dass die Opferzahl weiter steigt. Philippinen: Hilfe für Taifun-Opfer weiterlesen

Japan: Austauschmöglichkeiten

(RW) Schon jetzt – ist die Traumaarbeit wichtig, die Aufarbeitung des Erlebten (siehe dazu auch Die ZEIT vom 8.9.) wird in Zukunft an Bedeutung noch zunehmen. Hier will die Caritas einen Schwerpunkt ihrer weiteren Arbeit setzen. Vor allem die Älteren – und noch viel mehr all jene, die ihre Lieben verloren haben – brauchen Zuspruch und Japan: Austauschmöglichkeiten weiterlesen

Japan: Wasserkochen zur Traumabewältigung

(RW) Die Nahrungsmittelverteilungen sind inzwischen passé. In Ishinomaki wird allerdings nach wie vor heißes Wasser für die inzwischen nur mehr rund 120 Bewohner des Evakuierungszentrums zubereitet. Zu Spitzenzeiten waren über 1.000 Menschen zu versorgen. Da die lokale Verwaltung es – aus welchen Gründen auch immer – nicht schaffte, heißes Wasser für Tee und Suppen zur Verfügung zu stellen, konnte die Caritas hier eine Art Alleinstellungsmerkmal bekommen. Ihre Dienste sind überaus geschätzt.

Zusätzlich hat man ein Café eröffnet, das ab sechs Uhr morgens Tee, Kaffee und Suppen bereit stellt. Da die meisten der Evakuierten wieder ihren Beschäftigungen nachgehen können (und die Kinder zur Schule), erhalten sie so ein warmes Frühstück, das sie auf den Arbeitstag vorbereitet. Mittags und am Nachmittag kommen dann gerne die Älteren auf einen Plausch vorbei. Auch solche Alltagsgespräche können helfen, die Traumata zu bewältigen.

So hat eine vergleichsweise simple Maßnahme wie Wasserkochen eine enorme Bedeutung für die Betroffenen, etwas, das von außen her schwer in seinem Wert richtig einzuschätzen ist. Hatten wir beim Briefing in der Basis noch die Stirn gerunzelt, so glättete sich diese nach dem Besuch ganz schnell.

Japan: Privatsphäre? Fehlanzeige!

(RW) Die Container für die Opfer des Tsunami in Japan wurden nach dem Erdbeben in Kyoto erprobt. Sie sollen für maximal zwei Jahre als Übergangswohnraum dienen. Allerdings ist die Bauweise (Stahlblechdach, geringe Isolierung und gelegentliche Undichte) ein Problem. Viele fürchten sich bereits vor dem Winter, der in dieser Gegend durchaus hart sein kann.

Durch die schlechte Zwischenisolierung ist kaum Privatsphäre vorhanden. Gespräche in den benachbarten Containern müssen ungewollt mitangehört werden. 

 

 

 

 

 

Die Wiedergewinnung eines Großteils der Privatsphäre ist eine Seite; die Klagen über Isolierung in der Gruppe und die psychischen Schäden durch Tsunami und Trauma die andere.

Japan: Container Siedlungen

An manchen Orten wird immer noch oder wieder nach menschlichen Überresten gesucht. Die Zahl der Vermissten beläuft sich derzeit offiziell auf 4.227, die der Toten auf 15.774. 115.035 Häuser wurden total zerstört.

Und was ist mit den Überlebenden?

Laut Regierung sollen alle Evakuierungszentren bis Ende September geschlossen sein. Die Opfer werden derzeit in Übergangswohnungen umgesiedelt. Diese bestehen aus vorgefertigten Containern, die größenvariabel sind, um der Familiengröße angepasst zu werden. Auf allen möglichen Plätzen sind diese Siedlungen zu sehen. In Kesennuma z. B. wurde ein Baseball-Feld kurzerhand in eine Siedlung für 160 Familien umgewandelt.Die Größe reicht von 20  bis zu 200 Containern, die jeweils in Viererformation zusammengebaut sind. Wichtig ist die Versorgung der Leute, so haben sich in einigen Siedlungen bereits Lebensmittelgeschäfte – ebenfalls im Container – angesiedelt.

Japan: Gras wuchert langsam über die Wunden

(RW) Brutal der Blick auf das, was einmal der Ort „Rikuzen- takata“ war: 80 % der Häuser sind zerstört. Wo sie standen, breiten sich leere Flächen aus; Gras wuchert langsam über die Wunden, die der Tsunami der Stadt geschlagen hat. Wahrscheinlich wird hier keiner mehr wohnen dürfen. Nur das Rathaus und ein Industriebetrieb, beide zweistöckige Betonblocks haben den Sturm überstanden. Sie stehen einzeln und irgendwie traurig und nutzlos in der Gegend.