Dialogreise: Zurück

(CS) Ich sitze tatsächlich wieder im Büro. Kaum zu glauben, dass unsere Gruppe vor zwei Tagen noch am anderen Ende der Welt war – 10.000 Kilometer entfernt und auch auf anderer Ebene ebenso weit weg von Deutschlands Wirklichkeit.

Es war eine sehr informative Reise: Kambodscha ist ein tolles Land im Aufbruch, mit netten Menschen du einer sehr aktiven, ideenreichen und für alle Menschen engagierten Caritas, von der wir wirklich lernen können.  

Ich habe natürlich noch nicht alle Bilder gesichtet, aber hier jetzt erst einmal noch den Bericht des letzten Tages sowie ein erste Bilderauswahl zum Abschluss.

In Battambang ging es gleich früh zum Ortsbischof Kike, der zugleich der Caritas-Bischof ist, aus Spanien stammt und seit 1986 in Kambodscha tätig ist. Der Jesuit hatte Behindertenhilfe aufgebaut, hauptsächlich für Kinder mit Handicaps durch Polio sowie Opfer allen Alters von Landminen. Diese Minen machen dem Land bis heute zu schaffen. Weite Gebiete sind noch verseucht, jede Flut bringt weggespülte Minen die Flüsse hinunter. Und oft sind es die Kinder, die zu Opfern werden. Landminen reißen Arme und Beine ab, löschen Augenlichter aus…

Auf dem parkartigen Gelände des Bischofssitzes mit vielen Palmen und Büschen geht es lebendig zu. Kinder spielen, viele Menschen mit oder ohne Rollstuhl sind unterwegs. Das Gelände umfasst neben dem Bischofssitz und der Kirche auch ein Ambulantes Gesundheitszentrum mit Möglichkeit zur stationären Aufnahme, einen Kindergarten, Wohnhäuser für Menschen mit Behinderung und Werkstatträume sowie einen schön gestalteten Laden, wo Produkte der Behinderteneinrichtung verkauft wird.

In der Werkstatt produzieren behinderte Menschen für andere einen in Battambang entwickelten Rollstuhl – 100 pro Monat – ein “Exportschlager” der Einrichtung. Der Laden bietet Kunsthandwerk aller Art. Alles wird selbst erzeugt – unter Einbeziehung von Familien der Umgegend, die so ein Einkommen haben.

Bischof Kike ist ein charismatischer Mann, der Gruppe ist schnell klar, wie wichtig dieser Mensch an diesem Platze ist, um das Netz der Caritas hier zusammenzuhalten. Viel zu schnell müssen wir aufbrechen, die 250 Kilometer bis zu Flughafen brauchen ihre Zeit, denn die Straße ist gut ausgelastet und wegen der Fluten teilweise noch zerstört.

Die Rückfahrt erlaubt uns nochmals die Betrachtung der schönen kambodschanischen Landschaft, der Orte mit ihren Menschen. Nochmals Nervenkitzel gibt es, als an der Tankstelle die junge Tankangestellte ungefragt Super statt Diesel einfüllt. So ist ein Bus schachmatt, und wir improvisieren: Einige fahren im Auto des Caritasdirektors – er war extra zum letzten Termin dazu gekommen, um uns zu verabschieden. Die anderen quetschen sich im zweiten Bus zusammen, was den Fahrer nicht davon abhält, weiter mit Bleifuß und ausgiebigen Gehupe jede Bodenwelle mitzunehmen.

Aber der Zweck heiligt die Mittel wir waren trotz der Panne pünktlich und wohlbehalten am Flughafen und sind auch alle gut nach Hause gekommen. Nun heißt es die Eindrücke zu verarbeiten und für die eigene Arbeit produktiv auszuwerten. Eines steht für mich steht es schon fest: Irgendwann werde ich da nochmal hinfahren…

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