Sri Lanka: Eine Insel im Indischen Ozean

Liebe Leserinnen und Leser, mein Name ist Antony Sylvester und ich bin Ordenspriester bei den Oblates of Mary Immaculate. Zusammen mit Caritas international betreuen wir ein Wiedereingliederungsprogramm in Sri Lanka um den Bürgerkriegsflüchtlingen eine Möglichkeit zu geben wieder in ihr altes Leben und ihre Heimatorte zurückkehren zu können. Ich freue mich darauf, in den nächsten Wochen für sie über das Leben in Sri Lanka und unsere Arbeit zu bloggen. Aber zunächst möchte ich ihnen von Sri Lanka erzählen.

Sri Lanka ist eine Insel im Indischen Ozean und liegt an der Südostküste Indiens. Sie ist ca. halb so groß wie der US-Bundesstaat Alabama. Die Küste geht in flaches, leicht hügeliges Land über, aus welchem sich im Inselinneren ein steiles Gebirgsmassiv erhebt, welches am höchsten Punkt über 2.400m hoch ist. Jeder, der schon einmal in Sri Lanka war, weiß, wie schön dieses Land ist. Fast könnte man vergessen, dass es gesellschaftlich zerrissen ist.

In Sri Lanka ist die ethnische und religiöse Zugehörigkeit stark regional beeinflusst. Die 20,6 Millionen Einwohner setzen sich zu 74% aus Singhalesen, 18% Tamilen, 7% Moors und Eurasier sowie 1% Malaien zusammen. Die Mehrheit der Tamilen lebt in der nördlichen Provinz. Auch in der östlichen Provinz sind sie in der Mehrheit, allerdings nur minimal, denn es ist ein ethnisch gemischtes Gebiet in dem auch Singhalesen und Muslime leben. Außerhalb der nördlichen Provinz bilden Singhalesen den größten Bevölkerungsanteil.

Der Bürgerkrieg zwischen den Tamilen und der srilankischen Regierung wurde durch den Wunsch nach einem unabhängigen tamilischen Staat im Norden Sri Lankas ausgelöst. Während die tamilische Bevölkerung einige Jahre mit demokratischen Mitteln im Parlament um ihre Rechte kämpfte, schlug die Stimmung in den 80ern um und frustrierte Jugendliche gingen gewalttätig gegen den Staat vor. Ihr Interesse galt vor allem der Anerkennung sowie der Gleichberechtigung ihrer Ethnie, wie es auch die Singhalesen für sich in Anspruch nahmen. 

Die Tamilen sind Nachfahren von Indern, die von den Briten im 19. Jahrhundert aus Südindien nach Sri Lanka gebracht wurden, um auf Kaffee- und Teeplantagen im Landesinneren und in den Provinzen Uwa und Sabaragamuwa zu arbeiten.

In dem von 1983 bis 2009 andauernden Bürgerkrieg zwischen Regierungstruppen und tamilischen Rebellen, den sogenannten Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE), verloren über 60 000 Menschen ihr Leben und Hunderttausende wurden vertrieben.

Über die Vertreibung werde ich im nächsten Blog erzählen.

Ihr Father Sylvester

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