Sri Lanka: Viele Herausforderungen – aufgegeben wird nicht!

Als regionaler Leiter der Oblates of Mary Immaculate kann ich sagen, dass unsere Organisation sich dafür verantwortlich fühlt, denen beizustehen,

die durch den Bürgerkrieg der letzten Jahre unterdrückt waren und gelitten haben. Der Krieg machte das Leben in Sri Lanka gefährlich und hatte Armut und Arbeitslosigkeit zur Folge. Die betroffene Bevölkerung leidet darunter, nicht genügend Unterstützung für einen Neuanfang ihres Lebens zu bekommen. Viele der Arbeitslosen sind Menschen mit einer Behinderung. Menschen, die einen Arm oder ein Bein verloren haben oder deren Hör- oder Sehfähigkeit durch die Bombardements eingeschränkt wurde. Wir müssen nun, wenn wir für sie Arbeitsplätze schaffen wollen, auch darauf achten, dass alles behindertengerecht ist. Es stellt sich heraus, dass dies eine Herausforderung für beide Seiten ist: für die Betroffenen wie auch für die, die mit ihnen arbeiten. Wenn wir ihr Leben nachhaltig verbessern wollen, dann trägt die Schaffung einer gesunden und sicheren wirtschaftlichen Situation entscheidend dazu bei.

Besonders Frauen und Kinder im Norden Sri Lankas mussten während des Krieges schwere Schicksalsschläge erleiden, den Verlust von Angehörigen, den Verlust ihrer Existenzgrundlagen, ihrer Häuser, aber auch den Verlust ihrer Würde. Die Regierung hat zwar zahlreiche (soziale) Änderungen angekündigt, doch bleibt für die Frauen vor Ort die Lage nach wie vor kritisch. Es ist ein Jammer, dass sich am Leben der Frauen seit dem Ende des Krieges nichts grundlegend verbessert hat und dass weiterhin der Kampf um das Lebensnotwendige, um Sicherheit und ein Zuhause für sie die größte Herausforderung darstellt.

Frau Wimaleswaran Kosala erfuhr diese harsche Realität am eigenen Leib und hat sich bereit erklärt, ihre persönliche Geschichte zu erzählen …

„Ich bin Wimaleswaran Kosala, 35 Jahre alt und Mutter von vier Kindern. Sie alle gehen zur Schule, darauf bin ich stolz. Mein Ehemann starb während des Krieges am 17.04.2006.

Während des Bürgerkrieges durchlebten meine Kinder und ich unbeschreibliches Elend. Unser ganzer Besitz wurde entweder gestohlen oder zerstört. Essen gab es kaum, meine Kinder hungerten. Sehr schmerzhaft erfuhren wir, was Armut bedeutet. Es war ein langer und entbehrungsreicher Weg bis wir es endlich ins Cheddikkulam Flüchtlingslager schafften.

Im Flüchtlingslager schenkte mir Caritas 25 Hühner und Hühnerfutter. Regelmäßig besuchten mich Mitarbeiter, hörten mir zu und gaben mir Rat, wenn ich Probleme hatte. Ich beherzigte ihre Vorschläge und wurde fähig den Lebensunterhalt meiner Familie zu verbessern. Die Hühner legten mehr Eier, von denen ich einen Teil verkaufte und die restlichen für meine Kinder zubereitete. Mittlerweile können wir sogar Hühner züchten, was wiederum die Anzahl der Eier, die ich verkaufen kann, erhöht und somit ein noch höheres Einkommen ermöglicht. Meine Kinder und ich können endlich wieder ein glückliches Leben leben.

Ich bin sehr dankbar dafür ein unabhängiges Leben führen zu können und freue mich mittlerweile die Kraft und die Möglichkeiten zu haben anderen Hilfsbedürftigen zu helfen.“

Mit diesem „Happy End“ möchte ich mich diesmal von ihnen verabschieden.

Bis nächste Woche, ihr Father Sylvester

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