Sri Lanka: Ein Leben in Würde

Das ist die Geschichte von Rasu Rasitha, die wir durch das Projekt „Hilfe zur Selbsthilfe“ dabei unterstützt haben, ein eigenständiges Leben führen zu können.

„Mein Name ist Rasu Rasitha. Ich lebe zusammen mit meiner Mutter und meinen fünf Geschwistern in Kilinochchi. Mein Vater wurde während des Krieges getötet und mein ältester Bruder schwer verletzt. Ein anderer Bruder wurde in einem Internierungslager gefangen gehalten. Da meine Mutter keine Arbeit hatte, war unser Leben geprägt von Armut und Elend.

In dieser Situation erfuhren wir Hilfe von OMI-Caritas. Durch das Projekt „Hilfe zur Selbsthilfe“ wurde eine Ausbildungsstätte für Näherinnen in Visuvamadu eröffneten. Die Möglichkeit mich weiterzubilden wollte ich unbedingt wahrnehmen und zog zu meiner Tante nach Visuvamadu. Als die Ausbildung am 10.01.2011 anfing, hatte ich keine Ahnung vom Nähen und konnte mir nicht so recht vorstellen, was ich mit später mit den Kenntnissen machen könnte. Nach der 6-monatigen Ausbildung wusste ich es. Ich machte mich selbstständig um meine Familie aus diesem elenden Leben zu befreien, dass uns der Krieg gebracht hatte.  

Alle Ausgaben für die Unternehmensgründung wurden von OMI-Caritas übernommen. Zudem stellte die Organisation eine Nähmaschine für jeweils zwei ausgebildete Näherinnen zur Verfügung. Ich fing an Kleider zu nähen, die ich erst nur an meine Nachbarn verkaufte und später in der ganzen Region. Father Sylvester und seine Mitarbeiter besuchten mich mehrmals in der Woche und ermutigten mich an meinen Erfolg zu glauben. Die Probleme wurden stetig weniger und meine Familie und ich konnten endlich das Elend vergessen und fingen an unser Leben wieder zu genießen.

Ich fühle mich so frei wie schon lange nicht mehr. Ein unabhängiges Leben zu haben, bedeutet mir sehr viel. Um anderen Hilfsbedürftigen zu helfen, habe ich in meiner Nachbarschaft angefangen, kostenlos Nähunterricht anzubieten. Mittlerweile besuche ich auch Workshops und Seminare zu Themen wie Führungsstärke, Buchhaltung, Kommunikation und die Rechte der Frau. Dadurch, dass ich selbstständig bin, kann ich mir die Arbeit so einteilen, dass ich nebenher noch genügend Zeit für meine Schulaufgaben und die Hausarbeit habe.

Abschließend lässt sich sagen, das ich ohne das Projekt nicht fähig gewesen wäre mir neues Wissen und Fähigkeiten anzueignen. Das Projekt hat mir eine neue Lebensperspektive eröffnet, nämlich ein Leben mit Würde.“

Bis nächste Woche, ihr Father Sylvester

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