Armenien: Levons Odysee hat endlich ein Ende

(FS) Ich lernte Levon und seine Frau kennen, als sie gerade Kuchen in den Straßen von Gyumri verkauften. Ihre Hilflosigkeit und ihr Elend waren so groß, dass ich auf sie aufmerksam wurde. Als ich ihnen von den Angeboten der Caritas erzählte, luden sie mich in ihre nahe gelegene provisorische Unterkunft ein. Was mich dort erwartete, war unvorstellbar: die Behausung der betagten Eheleute verfügte weder über einen Wasseranschluss noch über sanitäre Anlagen oder gar eine Küche. An diesem trostlosen Ort hatten Levon und seine Frau mehr als zwanzig Jahre verbracht.

Das tägliche Einkommen der beiden ist so gering, dass sie sich kaum ein Leib Brot davon leisten können. Es war offensichtlich, dass sie mehr brauchten, als sie offenbaren wollten: Lebensmittel, Kleider, Medizin, Fürsorge und Herzlichkeit. „Wir haben uns an alle möglichen staatlichen Anlaufstellen gewandt- leider vergeblich. Bisher erhielten wir keinerlei Antwort auf unsere Anfragen.“

Von ihrem einzigen noch lebenden Sohn können sich die Barseghyans keine Hilfe erhoffen. Ihm geht es nicht besser als ihnen. Ein weiterer Sohn ist bereits mit 24 Jahren verstorben.

Später, als meine Kolleginnen und Kollegen von der Caritas Armenien den älteren Menschen bereits die ersten Besuche abgestattet und sie über die Bandbreite der Unterstützungsmöglichkeiten informiert hatten, zeigte sich Levon sehr beeindruckt: „Es ist schon merkwürdig- wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben, jemals Unterstützung zu erhalten. Aber es scheint, als hätte uns Gott gesegnet, als er uns so freundliche Menschen schickte, die uns eine helfende Hand reichen.“

Eure Flora

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