Armenien: Volodyas Wunsch

(FS) Heute möchte ich euch Volodya Khachatryan aus Vanadzor vorstellen. Er ist nun schon über achtzig Jahre alt und wohnt in einer von Caritas unterstützen Einrichtung für Senioren. Was mir bei unserem Gespräch klar wurde: Das Leben, das Volodya bis dato hinter sich hat, ist ein sehr bewegtes mit einschneidenden Erlebnissen.

Nachdem Volodya das „Agricultural College“ in Gyumri erfolgreich abgeschlossen und einige Jahre in der Michfabrik von Yereva gearbeitet hatte, kehrte er schließlich in seine Heimatstadt Kirovakan zurück, um seine Eltern zu versorgen. Dort leitete er über vierzig Jahre lang das Produktionstraining des Technischen Instituts. Im Schoss einer harmonischen Großfamilie verbrachte er glückliche Jahre. Doch das Glück war nicht von Dauer- keinem seiner drei Kinder war ein langes Leben beschieden. Einer seiner beiden Söhne starb neunzehnjährig an einem Blutvirus. Der andere Sohn und seine Frau kamen beim verheerenden Erdbeben von 1988 ums Leben, während seine Tochter bereits im jungen Alter von zwei Jahre verschied.

„Die Geburt meiner Kinder war das Beste, was mir passieren konnte.“, lässt er mich wissen. Er ging in Frührente und  hat schon lange aufgehört zu arbeiten: „Für wen hätte ich mich denn noch abmühen sollen?“,  sagt der betagte Mann zu mir. Nach dem Verlust seiner Angehörigen und dem Ende seiner Berufstätigkeit drohte Volodya seinen Lebensabend in völliger Einsamkeit zu verbringen.

Durch das Engagement der Caritas-Mitarbeitenden und mit Unterstützung der Spender/innen blieb Volodya dieses Schicksal erspart- dafür ist er sehr dankbar.

Als ich ihn frage, ob er noch etwas benötigt, antwortet er mir: „Was könnte ein einsamer, alter Mann sich wünschen außer Fürsorge. Ich selbst bin nicht mehr imstande, mich angemessen zu versorgen. “

 

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