Junge lehnt an einer Hauswand vor einem Straßengeschäft

Indien: Ausbildung und Aussicht auf Arbeit – Nikhil hat es trotz Behinderung geschafft

(JS) Eines Tages stand sie da, alleinerziehend mit drei Kindern in einem Slum in Delhi. Alkohol hatte ihren Mann vom rechten Weg abgebracht, er verließ sie. Damals war Krishna 32 Jahre alt. Wie sollte sie ihre Kinder ernähren ohne Job, noch dazu, da ihr Sohn Nikhil mit einer mentalen Behinderung besondere Fürsorge benötigte und die zwei anderen Söhne erst zwei und vier Jahre alt waren? Das war selbst für eine Mutter, die in einem Slum groß geworden ist, zu viel.

Junge steht an der Wand vor einem Laden
Krishna und Nikhil in Delhi

Als wir die Familie in einem sehr einfachen Viertel in Delhi besuchen, hatte sich die Situation dank Chetalanaya, der Caritas in Delhi, entscheidend gewendet. Nikhils Brüder Kumkum und Akhey waren in der Schule, deswegen sind sie nicht auf dem Foto. Er selbst, inzwischen 18 Jahre alt, wurde in einem berufsvorbereitenden Training zur Servierkraft ausgebildet. In den nächsten Tagen fängt er bei Pilgrams an, einer beliebten indischen Kette für Fast Food und Snacks.

Den kleinen Lebensmittelladen, den seine Mutter betreibt, gibt es schon seit einem Jahr. Chetalanaya hatte Krishna in einem Training darauf vorbereitet und die Selbsthilfegruppe, mit der sie sich seit zwei Jahren trifft, hatte ihr einen Kredit dafür gegeben. Der Laden läuft, doch wirft er nicht viel ab: rund 100 Rupien am Tag, das sind 1,50 Euro. Wenn Krishna zu Pilgrams geht, wird er 15 bis 16 Tage im Monat arbeiten und dafür monatlich 3.500 bis 4.000 Rupien erhalten, das sind zirka 60 Euro. Zusammen mit seiner Rente von 2.000 Rupien, die er als behinderter Mensch vom Staat bekommt, verfügt die Familie insgesamt über ein monatliches Einkommen von etwa 9.000 Rupien, also 150 Euro. Das ist recht ordentlich, doch kostet der winzige Wohnraum, den die vierköpfige Familie bewohnt, allein 3.000 Rupien Miete. Es ist ein bescheidenes Leben für Krishna, doch Nikhil ist sehr dankbar, dass es funktioniert. Sie kann immer noch nicht glauben, dass Nikhil, ihr behinderter Sohn, bald Arbeit hat.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.