Nepal: Es traf die Armen

Angekommen in Kathmandu, macht sich Stefan Teplan ein Bild von der Lage. Hier berichtet er, warum es besonders die Armen getroffen hat. Und wie Caritas die Menschen künftig unterstützen kann.

„Wir haben Angst!“, sagen mir immer wieder Leute in Kathmandu, wenn ich sie frage, wieso auch jene noch in Zelten oder unter bunten Plastikplanen schlafen, deren Häuser noch stehen. Nach zwei schweren Erdbeben und ein bis zwei Nachbeben pro Tag will sich niemand mehr zwischen vier Wänden aufhalten, will niemand im Schlaf die Kontrolle darüber verlieren, was um ihn herum vorgeht. Zu Zeiten, wenn die Wände über und um ihn einzustürzen drohen.

Zeltlager auf einem Gehweg.
Auf den Straßen von Kathmandu – überall säumen Zeltplanen die Gehsteige, unter die die Menschen sich flüchten. Foto: Stefan Teplan, Caritas international

Ich mache mir ein Bild von der Lage in Kathmandu. Teilweise oder komplett durch das Erdbeben zerstörte Gebäude sind punktuell über die ganze Stadt verteilt, während viele Häuser rund um sie noch stehen. Gnadenlos hat das Erdbeben schlechte Bauweise bestraft: Es stürzten, wie ich erfahre, vorwiegend jene Häuser ein, deren Bausteine nur mit Lehm und nicht mit Zement verbunden waren. Häuser, für die schlechte Bausubstanz verwendet wurde. Weil das Geld für mehr nicht reichte. Zwischen Trümmern stehen – völlig intakt, auch ohne sichtbare Risse in den Wänden – einige schicke Häuser, gelegentlich sogar Villen, die dem Erdbeben trotzten.

Warum, frage ich mich, trifft es immer die Ärmeren? Und denke bereits etwas voraus an das Caritas-Wiederaufbauprogramm. Da gelten die Prinzipien, nicht nur Verlorenes zu ersetzen, sondern auch vorzusorgen, dass die Menschen im Falle einer weiteren Katastrophe besser geschützt sind. Für die Bauprogramme bedeutet dies zum Beispiel, dass man nach schweren Flutwellen Häuser nicht mehr direkt an der Küste, sondern in sicherem Abstand errichtet. In Gebieten, die von Erdbeben oder Wirbelstürmen bedroht sind, baut die Caritas entsprechend sturm- und erdbebensichere Häuser auf.

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