Deutschland: Besuch in Leipzig – der Katholikentag 2016

Mein erster Katholikentag hatte so einige Erlebnisse parat: viel Arbeit, wenig Schlaf, tolle Kollegen, viel zu lachen und zum nachdenken sowie hohen Besuch aus der Politik.

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Der Caritas international Stand am Katholikentag 2016 in Leipzig. Foto: K. Kerkhof/Caritas international

Ein bisschen überrascht hat sie mich schon, die Wahl der Austragungsstadt des immerhin 100. Katholikentages: Leipzig. Vor Ort lebende Katholiken sind hier eher eine Seltenheit (knapp 4%). Doch für mich war die Wahl ein Treffer, wollte ich doch schon lange mal das vielgelobte Leipzig sehen, welches im Volksmund bereits auch „Hypezig“ genannt wird. Denn gerade im Osten ist ein regelrechter Hype um die Stadt ausgebrochen, in deren alten Gaststätten auch Johann Wolfgang von Goethe einst Inspiration gefunden hatte. Ähnliches haben auch wir versucht – nach einer langen Anfahrt und dem anschließenden Aufbau des Standes gab es endlich ein verdientes Feierabendbier.

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Beste Laune am Stand von Caritas international. Foto: K. Kerkhof/Caritas international

Und am nächsten Tag ging es los. Auf dem malerischen Burgplatz, direkt gegenüber der „Eine-Welt-Bühne“, öffnete am Donnerstag das Zelt von Caritas international seine Pforten…respektive seine Planen. Fortan gab es viel zu reden – und die Besucher des Katholikentages wurden nicht langweilig: Hoher Besuch aus Syrien, der Bischof von Aleppo, traf ein und erzählte aus seiner Heimat. Auf der „Eine-Welt-Bühne“ gegenüber lieferte die a cappella Band „Wise Guys“ ein musikalisches Highlight während unserer Arbeit.

An unserem Stand herrschte stets gute Laune – und diese schien anziehend zu wirken: Während die Eltern sich über unsere Arbeit informierten, nutzte der Nachwuchs die Möglichkeit, seine Gummibärchenvorräte bei uns am Stand aufzufüllen oder sich mit Hilfe unserer Button-Maschine einen handgemalten Ansteck-Button anzufertigen. So herrschte den gesamten Tag über reger Betrieb.

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Sigmar Gabriel besucht die Ausstellung „Kolumbien – Basta Ya!“, gemeinsam mit dem Leiter von Caritas international, Dr. Oliver Müller (mitte) und dem Leiter der Öffentlichkeitsarbeit Michael Brücker (rechts). Foto: K. Kerkhof/Caritas international

Am Samstag kündigte sich dann hoher Besuch an: Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel gab sich die Ehre und besuchte die Kolumbien-Ausstellung „Basta Ya!“, welche von Caritas international und der Diakonie Katastrophenhilfe parallel zum Stand im nebenan liegenden neuen Rathaus präsentiert wurde.

Der Krieg in Kolumbien war auch auf der „Eine-Welt-Bühne“ ein wiederkehrendes Thema, genauso wie das Schicksal der über 60 Millionen Flüchtlinge weltweit. Denn eines sollte auch während des Katholikentags nicht vergessen werden: Der Mensch ist mehr als ein Zugehöriger einer Religion oder eines Staates.

Unser Ausflug in den Osten des Landes war ein tolles Erlebnis, selbst Unwetter und stundenlange Staus auf der Rückreise können diesen Eindruck nicht trüben, denn: Leipzig verdient seinen Spitznamen – ich komme wieder!

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