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Caritas macht mehr als nur Altenhilfe – auch in Peru

Marc-Maurice Lindl engagiert sich seit August 2019 als Freiwilliger der Erzdiözese Freiburg in der peruanischen Stadt Arequipa. Er unterstützt die Caritas Arequipa unter anderem bei einem Integrationsprojekt an verschiedenen Schulen. Was er dort genau macht, erfahrt ihr in seinem Blogbeitrag.

Hallo zusammen, mein Name ist Marc-Maurice. Ich bin 20 Jahre alt und komme aus dem kleinen Dorf Höpfingen im Odenwald. Während meiner Schulzeit habe ich mich entschieden, nach dem Abschluss einen einjährigen Freiwilligendienst in Peru zu machen.  Und nun bin ich schon seit sieben Monaten bei der Caritas in Arequipa. Während dieser Zeit bin ich bei einer Gastfamilie im Norden Arequipas untergebracht. Ich wohne dort zusammen mit meinen zwei Gastschwestern Luz (2) und Rubí (15), meinem Gastbruder Josué (16) und meinen Gasteltern Vilma und Jesus in einem Haus im Stadtviertel Villa Paraiso.

Mein Gastvater Jesus macht ein Selfie mit der ganzen Familie.

Mehr als nur Altenhilfe

Wenn man mich vor meiner Zeit als Freiwilliger in Peru gefragt hätte, was die Caritas eigentlich so macht, hätte ich wahrscheinlich geantwortet: „Senioren Essen bringen und so…“. Ab und zu sah ich in Deutschland einen rotweißen Caritas-Van vorbei fahren.  Dass die Caritas allerdings ganz viele verschiedene Hilfsprojekte auf der ganzen Welt betreibt, habe ich erst in der Bewerbungs- und Vorbereitungszeit auf den Freiwilligendienst richtig realisiert. So gibt es auch in ganz Peru Einrichtungen und Projekte der Caritas, in denen nicht nur ich, sondern auch andere Freiwillige arbeiten.

Meine Arbeit an verschiedenen Schulen

Die meisten Projekte der Caritas Arequipa richten sich an mit Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung, wie zum Beispiel die acht speziellen Förderschulen. An drei der acht Schulen unterstütze ich vormittags die Lehrerinnen. Ich habe ganz verschiedene Aufgaben: Ich begleite einzelne Kinder zum Zähne putzen, helfe ihnen beim Essen oder mache mit ihnen Schreib- oder Leseübungen. Mir gefällt die Arbeit an den Schulen sehr gut – vor allem, dass die Schülerinnen und Schüler trotz ihrer ganz verschiedenen Beeinträchtigungen wie zum Beispiel Autismus oder Downsyndrom zusammen lernen und ihre soziale Herkunft dabei keine Rolle spielt. Es ist für alle ganz egal, wie man aussieht, was man kann oder nicht kann und wie man spricht. Davon kann ich mit meinem unüberhörbaren deutschen Akzent ein Lied singen.

Die Gelassenheit der Lehrerinnen ist beeindruckend

Generell gefällt mir die Atmosphäre an den Schulen sehr – besonders die Art, wie die Lehrerinnen mit den Kindern umgehen. Es ist bemerkenswert, wie viel Geduld sie tagtäglich für jedes einzelne Kind aufbringen. Das ist in diesem Beruf unerlässlich. Zum Beispiel gibt es ein Mädchen mit schlechtem Kurzzeitgedächtnis, das sich kaum etwas merken kann. Manchmal fragt sie alle zehn Sekunden, ob man morgen auch kommt oder was man heute noch vorhat. Ganz ehrlich: Das kann auf Dauer ziemlich anstrengend sein. Nichtsdestotrotz bewahren die Lehrerinnen immer Ruhe und Geduld. Sie behandeln jedes Kind mit dem nötigen Respekt.

Hier bin ich in einer der Schulen in Arequipa.

Einzelbetreuung am Nachmittag

Nachmittags helfe ich in einem Inklusionsprojekt mit. Dafür besuche ich zwei Jungen mit Autismus zuhause. Ich verbringe dann Zeit mit ihnen und ihren Familien, mache verschiedene Übungen mit den Kindern oder wir kochen zusammen. Ich bin auch eine Ansprechperson für die Familie, falls es Probleme in der Schule oder Zuhause gibt. Diese bespreche ich dann mit einem der Mitarbeiter des Inklusionsprojektes der Caritas.

Das war’s vorerst von mir. Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in meinen Freiwilligendienst hier in Peru geben.

“Kinder sind die Gestalter ihrer eigenen Entwicklung”

In diesem Gastbeitrag berichtet Nataliya Tkachenko, Fachkraft der Kinder- und Jugendhilfe der Caritas Ukraine, von ihrem Besuch im St. Jakob Kinderhaus des Caritasverbandes München-Freising. Demokratiebildung und Wahlfreiheit stehen bei der Erziehungsarbeit im Mittelpunkt. Ganz anders als in ihrem Heimatland, in dem bislang kaum antiautoritäre Erziehungskonzepte gelebt werden.  “Kinder sind die Gestalter ihrer eigenen Entwicklung” weiterlesen